Insolvenzverfahren für Agatec eröffnet: Mitarbeiter stehen auf der Straße

Das Insolvenzverfahren ist eröffnet, die Halle bald leer: Agatec-Geschäftsführer Manfred Möller-Sauter vor Teilen, die bis zum vorigen Jahr in Borken montiert wurden. Foto:  Brandau

Borken. Jetzt ist es amtlich: Für die Borkener Firma Agatec wurde das Insolvenzverfahren eröffnet. Damit haben sich alle Hoffnungen auf Rettung des Unternehmens zerschlagen.

Das teilt Rechtsanwalt und Insolvenzverwalter Henning Jung vom Kasseler Büro Westhelle & Partner mit.

Damit haben sich nun endgültig alle Hoffnungen zerschlagen, dass das Unternehmen gerettet werden könnte. Bei Agatec - das Unternehmen galt als Art verlängerte Werkbank von VW - waren 20 Mitarbeiter beschäftigt, die Abgasanlagen für den Autobauer montierten. Sie seien die Hauptleidtragenden, sagt Geschäftsführer Manfred Möller-Sauter. Denn die ehemals Beschäftigten hätten zwar die Zusage von der Agentur für Arbeit, dass ihnen ein Insolvenzausfallgeld und später ein Übergangsgeld gezahlt werde, aber bislang keinen Euro erhalten. Die Mitarbeiter haben sich arbeitssuchend gemeldet, aber nur zwei von 20 bereits eine neue Stelle gefunden.

Das Unternehmen hatte seit seiner Gründung 2008 floriert, bis im vorigen Frühjahr plötzlich alle Aufträge von VW ausblieben. Alle Verhandlungen mit VW scheiterten, die Insolvenz sei damit unausweichlich gewesen, sagt Henning Jung: „Agatec war dem VW-Konzern auf Gedeih und Verderb ausgeliefert.“

Der Autobauer räume zurzeit die Produktionshalle aus, hole Maschinen und Geräte zurück nach Baunatal. Die Halle sei perfekt, um dort Katalysatoren zu recyclen, sagt Möller-Sauter. Diesen Bereich wolle VW vom Standort in Kassel auslagern. Er habe deshalb den Vorstandsvorsitzenden Matthias Müller, den Konzernbetriebsrat und den Baunataler Werksleiter angeschrieben und die Halle angeboten - doch keine einzige Antwort erhalten. Die Halle sei „toll und top“ sagt Insolvenzverwalter Jung, er sei sicher, dass es bald einen neuen Nutzer gebe. VW wird es nicht sein. Der Konzern will offenbar in Borken neu bauen: Der Autobauer hat bei der Stadt bereits ein Grundstück angefragt. Schräg gegenüber von Agatec.

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