Eigentümer des Dillicher Sees klagen über Gedränge und Vermüllung

Kaum einer hält sich an Badeverbot

Mann zeigt auf eine der unerlaubten Feuerstellen am Dillicher See
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Unverantwortlich bei derzeitiger Waldbrandgefahr: Winfried Peissig zeigt eine der unerlaubten Feuerstellen am Dillicher See.

Die Hitze lockt die Menschen ans Wasser – auch an den Dillicher See. Dort aber ist das Baden verboten, denn das Fischereigelände befindet sich im Privatbesitz. In diesem Jahr ufert die Zahl derer, die das Verbot ignorieren, aus. Das Ehepaar von Rieß als Eigentümer des Sees ist in großer Sorge: Es sieht an heißen Tagen viele Menschen am Ufer lagern, stellt immer wieder fest, dass unerlaubte Lagerfeuer entzündet wurden – und dass die Natur stets mehr vermüllt. Ehepaar von Rieß ist in großer Sorge.

Dillich - Der See ist ein Überbleibsel des ehemaligen Braunkohleabbaus in Borken. Heute gehört er zu den Ländereien der Familie Rieß aus Dillich, die dort Landwirtschaft betreibt. Seit Jahren wird der im Sommer von Anwohnern, aber auch von Touristen aus der näheren und weiteren Region, als Badesee genutzt – obwohl das verboten ist. „Wir haben das viele Jahre geduldet,“ sagt Gerhard von Rieß. Aber dieses Jahr sei die Menge der Menschen geradezu unerträglich. An heißen Tagen bevölkerten bis zu 300 Menschen den 1,2 Hektar großen See. Einige Besucher gingen dabei verantwortungslos mit der Natur um. „Sie reißen kleinere Bäume aus, nur um damit Lagerfeuer zu machen“, sagt Christine von Rieß.“

Das ist auch Anwohner Winfried Peissig am vergangenen Wochenende aufgefallen. Das Entzünden von Feuern sei bei der aktuellen Waldbrandgefahr hoch gefährlich, sagt der Dillicher und zeigt auf eine Feuerstelle, die direkt am See liegt.

Auch Peissig fällt immer wieder auf, dass die Wege zum Dillicher See in den Sommerferien und an den Wochenenden zugeparkt sind. Auch das sei verboten. Viele Menschen nähmen keine Rücksicht auf die Natur: Toilettenpapier, leere Becher, Abfälle säumen einige Uferbereiche. Die Zerstörung der Natur durch die vielen Besucher macht dem Ehepaar auch emotional zu schaffen.

Und dann denkt es auch an einen weiteren Aspekt: den versicherungsrechtlichen. Das tragische Teichunglück von Seigertshausen sei eine große Mahnung. „Wenn ein Unfall geschieht, werden wir zur Verantwortung gezogen“, sagt Christine von Rieß. „Wir müssen jetzt ein Zeichen setzen.“ Der Prozess zum Teichunglück in den vergangenen Monaten habe sie für die Gefahren neu sensibilisiert. Das Baden im Dillicher See sei mitunter gefährlich, man könne an den wenigsten Stellen gut stehen, warnt sie.

Daher haben die Eigentümer neue Verbotsschilder am See installiert. Sie sollen darauf hinweisen, dass es sich beim See um Privatgelände handelt. „Betreten, Lagern und Schwimmen verboten“, steht darauf. Die Schilder sollen der Familie von Rieß auch eine Rechtssicherheit geben. In der Vergangenheit seien Hinweise immer wieder abgerissen oder beschädigt worden. Einen Zaun um das Gelände zu ziehen, sei wegen der Größe des Sees nicht machbar, sagt Christine von Rieß. Sie steht in Kontakt zum Borkener Ordnungsamt, notiert sich Kennzeichen von falsch geparkten Autos und gibt sie weiter. Das alles mache sie sehr nervös. Das Ordnungsamt tue sein Bestes, um zu helfen, aber man merke, dass es derzeit auch wegen des Andrangs an anderen Seen alle Hände voll zu tun habe. (Christine Thiery)

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