Tochter brachte sich um

Lebenslange Haft: Borkener erschoss seine Ehefrau

Borken. Der 53-jährige Rolf W. aus Borken, der seine Frau im Juni vergangenen Jahres erschossen hat, wurde jetzt wegen Totschlags zu 15 Jahren Haft verurteilt.

So lautet das Urteil eines Chemnitzer Gerichts unter Feststellung der besonderen Schwere der Schuld. Besonders tragisch: Anna, die Tochter von Rolf W., die in Bad Wildungen lebte, hatte sich vor wenigen Wochen das Leben genommen. Der Mord und somit der Verlust der geliebten Stiefmutter habe sie zu sehr belastet, sagte eine Freundin im HNA-Gespräch. Anna hatte noch kurz vor ihrem Tod die Verurteilung wegen Mordes gefordert.

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Im Juni 2014 hatte Katja W., die 14 Jahre jüngere Ehefrau von Rolf W., ihren Mann verlassen und zog zu ihren Eltern nach Seifersbach (Mittelsachsen). Fest steht laut Gericht, dass Rolf W. seiner Frau per SMS eine Drohung schickte, sie zu töten. Dann lieh er sich das Gewehr eines Freundes und absolvierte Schießübungen auf eine Matratze im Keller seines Hauses.

Anschließend fuhr er nach Sachsen, betrat überfallartig mit vorgehaltener Waffe das Haus der Schwiegereltern, riss das Telefonkabel aus der Wand und trieb seine Frau auf die Wiese neben dem Haus. Zwölf Minuten dauerte das Martyrium, das sie erdulden musste - mit Beschimpfungen, Drohungen und Tritten, wie es in der Urteilsbegründung hieß. Als Katja W. schließlich zu einem gerade eingetroffenen Polizeiauto laufen wollte, erschoss ihr Mann sie von hinten - vor den Augen ihrer Eltern. Sie verblutete innerhalb weniger Minuten. „Es war eine Beziehungstat von besonderer Verwerflichkeit, denn der Mann hat die Frau erschossen, die einmal das größte Glück in seinem Leben war“, sagte die Richterin. Es sei auch ein langes, planvolles, egozentrisches Vorgehen gewesen. Aber Mordmerkmale könnten nicht festgestellt werden, „die Frau war nicht arglos.“

Von Gabi Thieme und Maja Yüce

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