21-Jähriger kann nicht ohne Beatmungsgerät leben

Lions Club und Spender zahlten für lebensrettende Akkus

Freuen sich auf die Reise: Marcel und Mutter Andrea Szkucik mit Dr. Petra Lenk vom Lions Club Schwalm Eder Borken. Foto: Thiery

Borken. Marcel Szkucik ist überglücklich. Der 21-Jährige Borkener, der an spinaler Muskelatrophie (Muskelschwund) leidet, und künstlich beatmet werden muss, hat nun zwei weitere Akkus für sein Beatmungsgerät bekommen.

Ohne die Maschine kann er nicht leben, denn eigenständig atmen kann der junge Mann nicht mehr.

Weil seine Krankenkasse ihm außer den üblichen beiden Akkus keine weiteren finanziert hat, hatte er sich per e-mail an die HNA gewandt, mit der Bitte um Unterstützung. Grund dafür war sein Wunsch nach Polen zu reisen. „Dafür brauche ich mehr Akkus als die beiden, die ich habe“, sagt er. Und die hat er nun. Ein Akku wurde durch mehrere Spenden finanziert, ein zweiter stiftete nun der Lions Club Schwalm-Eder/Borken. Die Kosten für eine aufladbare Batterie betragen 750 Euro.

Die Vizepräsidentin des Lions-Clubs, Dr. Petra Lenk, hatte den Vorschlag gemacht, nachdem sie den Artikel in unserer Zeitung gelesen hatte. „Ich kenne den jungen Mann und bin beeindruckt wie er sein Leben mit der schweren Krankheit meistert“, erklärte sie bei der Übergabe der Spende.

Szkucik hat trotz des Muskelschwundes, der im Alter von sechs Monaten diagnostiziert wurde, eine positive Natur. Er hat lesen und schreiben gelernt, drückt sich sehr gut aus und kann mit dem Rechner umgehen. Mit Hilfe einer speziellen Computermaus schreibt er e-mails oder spielt. „Er hat einen grenzenlosen Optimismus“, sagt Lenk.

Das bestätigt auch seine Mutter Andrea. „Er lässt sich nicht unterkriegen.“ Die Krankheit schreitet weiter voran und die Kräfte schwinden immer mehr, er muss nicht nur künstlich beatmet werden, sondern wird auch über eine Sonde ernährt. Dass er trotzdem weiter das Leben so gut es geht auskosten will, beweist auch seine Ambition zu reisen. Zu gerne möchte er wieder einmal nach Skoczow (Polen) fahren, in die Heimat seiner Familie.

„Das alles wird ein großer Aufwand, mit einem Kleinbus soll die Fahrt gen Osten gestartet werden“, erzählt Mutter Andrea, die den jungen Mann pflegt. Unterstützung bekommt sie vom Intensivpflegeteam. Marcel muss immer wieder abgesaugt werden, damit er richtig Luft bekommen kann, das Abhusten funktioniert nicht richtig.

All dies war für Petra Lenk ein guter Grund für eine einzelne Person zu spenden. Denn in der Regel unterstütze der Lions-Club nur größere Projekte. „Als Marcel davon erfahren hat, hat er mir einen Blumenstrauß geschickt“, sagt sie.

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