Dieter Borsutzki ärgert sich über Bauwerk

Mauer am Stiegelbach in Kerstenhausen muss weg

Dieter Borsutzki auf der Mauer, die im Juni am Stiegelbach in Kerstenhausen errichtet wurde: Die stellt aus seiner Sicht eine Hochwasser- und Sturzgefahr dar, zumal der Starkregen schon die oberen Steine freigespült habe. Die Stadt Borken gibt ihm recht.
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Dieter Borsutzki auf der Mauer, die im Juni am Stiegelbach in Kerstenhausen errichtet wurde: Die stellt aus seiner Sicht eine Hochwasser- und Sturzgefahr dar, zumal der Starkregen schon die oberen Steine freigespült habe. Die Stadt Borken gibt ihm recht.

Wenn es etwas gibt, das Dieter Borsutzki so richtig ärgert, dann ist es die Mauer, die jetzt sein Gartennachbar am Stiegelbach in Kerstenhausen errichtet hat: Das Bauwerk befindet sich am Ende von zwei Parzellen außerhalb des Dorfes.

Das Bauwerk, da ist der Kerstenhäuser sicher, behindere nicht nur sein Wegerecht zu seinem Grundstück, sondern stelle auch einen massiven Eingriff ins Naturschutzrecht dar. Denn das 1,30 Meter hohe Bauwerk verändere den Fluss des Stiegelbachs: „Die Mauer fördert die Hochwassergefahr“, sagt der Rentner: „Das ist doch gerade in diesen Zeiten ein Risiko, das man nicht unterschätzen darf.“ Beim Starkregen vor zwei Wochen seien oberhalb gelegene Teiche übergelaufen, der Bach habe die Massen nicht fassen können und durch den veränderten Verlauf einen Graben auf seinem Grundstück gerissen. „Es sieht verheerend aus“, schimpft der 79-Jährige.

Zudem stelle sie eine weitere Gefahr dar: Wer immer darauf entlang balanciere, können zwei Meter tief in den Bach abstürzen. „Ich würde zu gerne wissen, wer das im Rathaus genehmigt hat“, sagt der 79-Jährige. Denn: Das Grundstück, auf dem die Mauer verläuft, gehöre der Stadt Borken.

„Es lag keine Erlaubnis vor“, sagt die Stadt

Die bestätigt das, hat bereits vom im Juni errichteten Bauwerk gehört und eine Entscheidung getroffen: „Die Mauer muss wieder weg“, sagt Angelika Hedtkamp von der Bauverwaltung im Borkener Rathaus.

Der Nachbar von Dieter Borsutzki habe sie ohne Erlaubnis errichtet: „Jetzt muss er sie eben wieder zurückbauen,“ sagt Hedtkamp und verweist auch auf eine Frist, die die Stadt gesetzt habe, um das Gelände am Stiegelbach wieder in den ursprünglich-natürlichen Zustand zu versetzen.

Dass das nicht billig ist und viel Arbeit machen wird, sei der Verwaltung bewusst: „Deshalb wünschen wir uns das ja genau andersrum“, sagt Hedtkamp: „Die Menschen sollen zu uns ins Rathaus kommen, und sich bei der Bauaufsicht informieren, ob denn ihr geplantes Vorhaben überhaupt möglich und umsetzbar ist – erst etwas zu bauen, um es dann wieder abzureißen – das ist doch ärgerlich und teuer.“

Und da es sich um große Sandsteine handele, die da am Stiegelbach aufgeschichtet wurden, werde der Rückbau auch nicht einfach. Die Stadt Borken prüfe nun, ob der Mauerbau einen Eingriff ins Naturschutzgesetz darstelle, da sie aber tatsächlich unerlaubt auf städtischem Grund und Borden errichtet worden sei, bestehe kein Zweifel, dass sie wieder verschwinden müsse.

Hedtkamps Appell an alle, die Bauwerke errichten oder auch nur Terrassen oder Balkone an ihre Häuser setzen wollten: Erst die Erlaubnis bei der zuständigen Behörde einholen, dann zu Spaten, Schippe, Schaufel greifen.

Dieter Borsutzki ist zufrieden mit der Entscheidung der Stadt. Denn bei allem Ungemach hat die Geschichte auch ein Gutes: Der Grenzstein, den der Kerstenhäuser jahrelang gesucht hatte und der verschwunden war, ist wieder im Wortsinne aufgetaucht. Der starke Regen, der den Bach in seinen Garten geflutet hat, hat ihn wieder zutage gebracht. Und Grenzen, sagt Borsutzki, seien wichtig. (Von Claudia Brandau)

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