Augenarzt Ulf Gottschalk betreibt seine Praxis seit 25 Jahren

Mediziner aus Borken hat 58 000 Patienten in der Datei

Augenarzt Ulf Gottschalk aus Fritzlar sitzt mit seinem Team im Behandlungszimmer (von links) Jasmin Zaschka, Yvonne Naumann, Sarah Brackland und Gabi Lückert.
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Augenarzt Ulf Gottschalk aus Fritzlar feiert sein 25-jähriges Praxisjubiläum in Borken: Der Fritzlarer Mediziner mit seinem Team (von links) Jasmin Zaschka, Yvonne Naumann, Sarah Brackland und Gabi Lückert.

Dass er in Borken dringend gebraucht und auch erwartet wurde, merkte Augenarzt Ulf Gottschalk schon, als er mit seinem Vater die Räume renovierte, die er im November 1996 eröffnen wollte.

Borken - Gottschalk trug damals einen Maler- statt eines Arztkittels, hielt eine Farbrolle statt einem medizinischen Instrument in der Hand – und vergab schon auf der Baustelle die ersten Termine an jene Patienten, die bereits vor der Eröffnung in der Tür standen. Das ist 25 Jahre her – und es hat sich nichts geändert. Noch immer geben sich die Menschen die Türklinke der Praxis in die Hand, auch wenn die sich im Engelhardtschen Hof hunderte Male am Tag öffnet und schließt.

Über einen Mangel an Patienten kann der Augenarzt aus Fritzlar also beim besten Willen nicht klagen, denn er hat sage und schreibe 58 000 Namen in seiner Kartei – all diese Patienten müssen damit im vergangenen Vierteljahrhundert vor ihm gesessen haben.

Was so unglaublich klingt, lässt sich errechnen: 1500 Patienten betreut Gottschalk zusammen mit seinen Mitarbeiterinnen pro Quartal, da ist gute Organisation gefragt. „Der Ansturm von 1996 hat sich tatsächlich nie gelegt“, sagt der heute 57-Jährige. Er zeigt sich ein bisschen überrascht von der Tatsache, dass tatsächlich 25 Jahre vergangen sind, seit er sich als frisch ausgebildeter Augenarzt in Borken niederließ: „Die Zeit ist nur so verflogen.“

Operiert auch im Baunataler Zentrum

Vielleicht liegt das auch daran, dass in der Zwischenzeit so viel passiert ist. Gottschalk betreut nicht nur Patienten in der Borkener Praxis, sondern operiert sie auch im Baunataler Augen-Chirurgie-Zentrum, das er zusammen mit Dr. Frank Schönherr betreibt. Er habe eigentlich nie das Bedürfnis gehabt, die Leistungen immer weiter auszubauen und zu maximieren, aber: „Es hat sich einfach so ergeben,“ sagt er.

Vielleicht aber ist das breite Dienstleistungsspektrum, das er bietet, tatsächlich das einzig Zufällige in Ulf Gottschalks Vita. Denn der gebürtige Baunataler wusste schon früh, dass er Augenarzt werden wollte. Die Augenheilkunde hat für ihn, der auch mal kurz zum Physikstudium tendierte, etwas sehr Feines und Präzises: „Optik hat viel mit Technik zu tun – und die begeistert mich.“

Heute hat er eine hohe Spezialisierung erreicht in seinem eher kleinen Fachgebiet, wie er sagt, das aber bei vielen Behandlungsmethoden wie der altersabhängigen Makuladegeneration große Fortschritte macht. Noch vor 20 Jahren habe man bei solchen Diagnosen keine Möglichkeit gehabt, die Krankheit zu heilen, heute könne man sie günstig beeinflussen. In der Augenheilkunde, sagt er, sei er „gut zu Hause“.

Das ist er auch in Fritzlar, wo der 57-Jährige mit seiner Frau und den beiden Jungs lebt. Er pendelt in der Woche zwischen dem Chirurgiezentrum in Baunatal und der Praxis in Borken, hat sowohl am einen als auch am anderen Ort alle Hände voll zu tun – und spricht doch von einer guten Work-Life-Balance.

Musik ist sein Ausgleich

Das liegt wohl auch daran, dass Gottschalk gute Ausgleiche zum stressigen Alltag hat: Der 57-Jährige ist Musiker. Er spielt Klavier und Gitarre und bildet zusammen mit Gitarrist Harry Stingl das Akustik-Gitarren-Duo „64“. Der Name benennt den Jahrgang, der bei beiden Musikern im Ausweis steht – und der belegt, dass Gottschalk noch ein paar Jahre arbeiten wird, also weder heute noch morgen in Rente gehen will. Eine richtig gute Nachricht für die vielen Patienten, denen Ulf Gottschalk in seiner Praxis wohl tiefer als irgendjemand sonst in die Augen schaut.

(Claudia Brandau)

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