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Musikschutzgebiet und World Music Festival finden weiterhin statt

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Austausch, Workshops und natürlich Weltmusik: Das 21. World Music Festival will bei seinen Wurzeln bleiben und dabei der allgemeinen Teuerung die Stirn bieten. Am 21. Juli geht‘s wieder los. F
Austausch, Workshops und natürlich Weltmusik: Das 21. World Music Festival will bei seinen Wurzeln bleiben und dabei der allgemeinen Teuerung die Stirn bieten. Am 21. Juli geht‘s wieder los. F © World Music Festival

Trotz höherer Ausgaben und weniger Einnahmen soll es mit den Festivalveranstaltungen „Musikschutzgebiet“ (MSG) in Hombergshausen und „World Music Festival“(WMF) in Loshausen weitergehen.

Loshausen/Borken – Als das World Music Festival voriges Jahr nach zweijähriger Pandemiepause wieder am Start war, war noch lange nicht alles wieder gut. Jedenfalls nachdem die Einnahmen und Ausgaben Schwarz auf Weiß auf dem dem Tisch lagen: Mit nur rund 1000 verkauften Festivaltickets kam deutlich weniger Geld in die Kasse als üblich, in früheren Jahren waren es um 2500, erläutert Meik Koch (45) vom Verein Klangfreunde.

Dabei hatten sich auf der Ausgabenseite die Kosten enorm erhöht, die Miettoiletten etwa. Für die musste der Verein dreimal so viel zahlen wie in vorpandemischer Zeit. Koch redet nicht um den heißen Brei herum: Eine Zeitlang sah es so aus, als müsste Insolvenz angemeldet werden – und wäre das Festival mit Förderern und Freunden auch aus Norwegen, Holland, Dänemark und der Schweiz am Ende.

Schließlich hätten die Rücklagen gerade so ausgereicht. Leicht zu planen sei die kommende Veranstaltung trotzdem beileibe nicht, unterstreicht der Vereinsvorsitzende. Die Künstler und Bands seien nicht das Problem, die seien mit wenig zufrieden. Nach wie vor viel kostspieliger seien Posten wie die Sanitär- und Toilettenlösungen und die Tontechnik. Würde man alles umlegen, müsste man statt 60 Euro mindestens 150 Euro von den Besuchern verlangen – und das wäre einfach zu teuer für viele.

 Kosten einsparen

Stattdessen ändern die Klangfreunde vieles, was über lange Jahre Usus war. Reduziert wird dieses Jahr am Drumherum, von Toiletten bis zur freien Verpflegung des Teams. Der Getränkeverkauf wird anders als früher aus dem Mitgliederkreis heraus geleistet. Laut Koch sei zu hoffen, dass sich viele der etwa 50 Mitglieder einbringen, zuletzt hätten nur um die 20 aktiv mitgewirkt, Tendenz abnehmend. Koch: „Wir hatten jahrelang das Glück, dass das Festival ein Selbstläufer war“, nun müssten alle mithelfen.

Trommel-Workshops und Livemusik in lockerer Atmosphäre: Dafür ist das Festival bekannt.
Trommel-Workshops und Livemusik in lockerer Atmosphäre: Dafür ist das Festival bekannt. © Anne Schönfeld

Vereinsrecht achten

Aktiv gespart wird auch: Anders als früher sind Annehmlichkeiten wie die Helferfete und die Maifeier gestrichen, „aufgrund des geltenden Vereinsrechts müssen wir gut aufpassen“. Es dürfe nicht mehr verausgabt werden, als da ist. Koch: „Im vergangenen halben Jahr habe ich viele Telefonate zum Beispiel mit dem Steuerberater geführt.“

Finanziell und personell müsse alles zusammengekratzt werden. Aber nun gehe es in die konkrete Phase und die Abstimmung etwa mit der Gemeindeverwaltung, der Feuerwehr und örtlichen Vereinen.

Vorverkauf startet

Inzwischen sei aber klar, dass der Vorverkauf in den nächsten Tagen starten kann, bis Mai sollen mindestens 1500 Karten verkauft sein, sonst müsse über Programmabänderungen entschieden werden. Die Tickets gibt es erstmals gestaffelt auch für einzelne Tage sowie mit und ohne Campingoption in der Spanne zwischen 85 und 105 Euro.

Nicht gerüttelt werde am freien Eintritt am Sonntag. Diese bekannte Tradition bringe immer sehr viele Besucher aufs Gelände, „das ist der Hauptumsatztag für unsere Händler“.

Kasse aufbessern

Um Gelder zu generieren, soll es auch erstmals einen Benefizabend fürs Festival geben: An Pfingstsamstag, 27. Mai, steigt er bei den netten Nachbarn im Loshäuser Schlosspark nebenan. In Abstimmung sind die Klangfreunde mit der „Goldgrube“, einem Kasseler Musikklub, wo ebenfalls eine Veranstaltung zum Geldsammeln angeboten werden soll.

Außerdem wird an den Verkauf eines Unterstützerbändchens gedacht. Und was bei den bisherigen 20 Festivals verpönt war, könnte jetzt bedeutsam werden: Firmensponsoring. Zudem ist zum Spenden aufgerufen, als gemeinnütziger Verein können die Klangfreunde auch Spendenquittungen ausstellen, so Koch.

Noch sind keine teilnehmenden Bands offiziell, auf der Seite worldmusicfestival.de kann man auf Laufenden bleiben. Die Klangfreunde hoffen sehr, dass Auflage 21 ein Erfolg wird. (Anne Quehl)

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