Nordhessischer Kultursommer in Nassenerfurth

Mythen und Märchen: Erstes Erzählfestival im Schloss Hirschgarten 

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Zogen die Zuhörer in ihren Bann: Hansa Czypionka (links) und Claus Boesser-Ferrari boten auf der Bühne vor dem Schweizerhaus „Michael Kohlhaas“ von Heinrich von Kleist dar.

Nicht nur die Brüder Grimm wären begeistert - auch bei den 100 Gästen kam das Erzählfestival gut an. Eingeladen zu der Premiere hatten die Schauspieler Otto Kukla und Bettina Hauenschild. 

Es hat nicht nur Maren Matthes vom Kultursommer Nordhessen gefallen – das Erzählfestival „Sternenstaub“ im Schloss Hirschgarten war auf Anhieb ein Erfolg. „Dieser Ort schreit danach, auf diese Weise bespielt zu werden“, sagte Schauspieler Otto Kukla, der gemeinsam mit Bettina Hauenschild mit Unterstützung des Nordhessischen Kultursommers zu der bislang einmaligen Veranstaltung dieser Art eingeladen hatte.

Die Kräuterfrau reiste aus dem Allgäu an

Dabei passt nichts so gut zur Heimat der Brüder Grimm wie ein Festival mit Geschichten, Mythen und Märchen, rund um ein schon selbst märchenhaftes Schloss mit seinen alten Bäumen, seinem riesigen, immer schöner werdenden Kräutergarten und den verwunschenen Winkeln. Dies wurde am Samstag und Sonntag deutlich.

Es ist dem guten Netzwerk der beiden Schauspieler zu verdanken – Bettina Hauenschild musste schon am gestrigen Montag zu den Proben der Bad Hersfelder Festspiele eilen, wo sie bei „Shakespeare in Love“ auf der Bühne steht – dass renommierte Künstler den Weg nach Nassenerfurth finden. Kräuterfrau Bärbel Bentele war aus dem Allgäu angereist, wo Kukla selbst lange lebte.

Ihren heiligen Geschichten aus den Alpen zuzuhören war ein pures Vergnügen. Doch auch die aus Marburg mit Spinnrad angereiste Monika Mosburger, die unter anderem die Urform von Rumpelstilzchen erzählte, Jürg Steigmeier aus der Schweiz und die Schamanismus-Expertin Nana Nauwald zogen die rund 100 Besucher des Erzählfestivals in den Bann.

Prominenter Besuch aus den USA

„Dies ist ein wunderbarer Ort“, sagte Viz M. Kermietz, der ein Dutzend Klanginstrumente dabei hatte und unter anderem mit japanischer Zen-Musik für ein außergewöhnliches Hörerlebnis sorgte. Der Schlosshof, eingerahmt von Schweizerhaus und Scheune, bot eine wunderbare Akustik, wie auch der international renommierte Gitarrist Claus Boesser-Ferrari begeistert bemerkte.

Gerade zurück aus den USA und auf dem Weg nach Fez in Marokko, gastierte der Gitarrist in Nassenerfurth, um Hansa Czypionkas Erzählung des Michael Kohlhaas von Heinrich von Kleist mit seiner Stahlsaitengitarre zu begleiten.

Von den faszinierenden Gitarrenklängen – mal minimalistisch zurückgenommen, mal akustisch verstärkt, als würde ein ganzes Orchester aufspielen – hätte man gern noch mehr gehört.

Wunsch nach einem zweiten Erzählfestival 

Gut vernetzt sind Hauenschild und Kukla mittlerweile auch in Nassenerfurth. Besteck und Teller für das orientalische Büfett kamen aus dem Dorfgemeinschaftshaus, die Freiwillige Feuerwehr hat nach dem Pfingstfest ihre Bierzeltgarnituren kurzerhand über die Schlossmauer gehoben und der Großropperhäuser Künstler Ernst Groß 100 Stühle besorgt, sodass es auch an Sitzgelegenheiten nicht mangelte. Die besondere Atmosphäre und Akustik des Ortes ließen bei einigen Besuchern den Wunsch nach einem zweiten Erzählfestival aufkommen.

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