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Kuscheln auf dem Schmiedehof: Michael Pillkowsky erfüllt sich Lebenstraum in Nassenerfurth

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Von: Sascha Hoffmann

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Auf dem Foto ist ein Mann und ein rotes Höhenvieh zu sehen.
Das Rote Höhenvieh genießt sein Leben auf der Weide des Schmiedehofs, vor allem, wenn Hof-Chef Michael Pillkowsky zum Kuscheln vorbeikommt. © Sascha Hoffmann

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Nassenerfurth – Der Hahn grüßt mit einem unüberhörbaren Kikeriki, der Hund mit einem feuchten Schnauzenstupser und die kleinen Ferkel mit ihrem zufriedenen Grunzen. Um zu erkennen, dass sich die Tiere auf dem Schmiedehof in Nassenerfurth pudelwohl fühlen, muss man sich nicht groß umschauen.

Man merkt es von der ersten Sekunde an, und genau das hat sich Landwirt Michael Pillkowsky gewünscht, als er vor rund acht Jahren nach einem neuen Zuhause für sich und seine Pferde gesucht hat und im Borkener Stadtteil fündig geworden ist.

Schmiedehof in Nassenerfurth: Neben den Besitzern leben noch viele Tiere auf dem Areal

Insgeheim wusste er schon damals, dass über kurz oder lang weitere Mitbewohner hinzukommen würden. Er redet da nicht nur von Ehefrau Vicki, die ihm hier mittlerweile tatkräftig zur Seite steht, sondern auch von manch Vierbeiner. Die Pillkowskys kümmern sich um vom Aussterben bedrohte Nutztierrassen.

Aktuell lebt das Paar hier mit Hund „Fuchs“, einer Katze, vier Ziegen, vier Sauen und einem Eber sowie Nachwuchs der Rasse Deutsche Sattelschweine, mehreren Rindern der alten deutschen Rasse Rotes Höhenvieh, den Pferden Hermine und Baxi sowie den 300 Hühnern, die Tag für Tag die begehrten Bioeier liefern.

Legt ein Huhn in der Massenproduktion um die 350 Eier pro Jahr, bringen es die alten Hühnerrassen am Schmiedehof auf etwa die Hälfte

Legt ein Huhn in der Massenproduktion um die 350 Eier pro Jahr, bringen es die alten Hühnerrassen am Schmiedehof auf etwa die Hälfte, häufig sogar noch weniger. Dafür brauche ein Bauer viel Herz und er müsse Bock haben, sagt Pillkowsky und macht keinen Hehl daraus, auch heute noch vielen Kunden immer und immer wieder erklären zu müssen, warum sie bei ihm wesentlich mehr auf den Tisch legen müssen als im nur wenige Kilometer entfernten Supermarkt.

„Es ist eine mühsame Angelegenheit, aber eine lohnenswerte“, so der 44-Jährige, dem es eigentlich nie um eine reine Lebensmittelversorgung gegangen ist. „Die grundsätzliche Idee hier ist eine pädagogische, wenn wir etwas machen, das andere Menschen dazu bewegt, es genauso zu tun oder bei ihrer Ernährung etwas mehr auf die Qualität zu achten, dann haben wir schon etwas für die Nachhaltigkeit getan.“

Einige Meter vom Hof in Nassenerfurth entfernt warten noch rund elf Hektar Land

Es sind nicht nur die Tiere, die Pillkowsky, seine Frau und zwei Angestellte ordentlich auf Trab halten. Einige Meter vom Hof entfernt warten noch rund elf Hektar Land, anderthalb davon in Form eines prallgefüllten Gemüsefeldes. „Wir haben viele alte und auch seltene Sorten, die man selbst im bestsortierten Laden nicht bekommt“, sagt der Schmiedehof-Chef und berichtet stolz von seinem lila- und orangefarbenen Blumenkohl, der gerade erntereif ist. Das mache nicht nur den Kunden viel Spaß, sondern auch ihm selbst.

„Langweilig wird es bei uns am Hof nie“, freut sich der gelernte Erzieher, der sich mit dem Schmiedehof einen echten Lebenstraum erfüllt hat. Seine Pferde haben sich hier ebenfalls bestens eingelebt und haben dem leidenschaftlichen Bio-Landwirt sein Motto „Landwirtschaft mit Pferdekraft – Wo Bauernhof wieder Idyllisch ist!“ geliefert. Genau das wird auf Pillkowskys Hof mit Herz und Seele gelebt. Man merkt es sofort, wenn einen die Tiere überschwänglich begrüßen: der Hahn mit einem unüberhörbaren Kikeriki, der Hund mit einem feuchten Schnauzenstupser und die Ferkel mit ihrem zufriedenen Grunzen. (Sascha Hoffmann)

Info: Eier, verschiedene Gemüse, Nudeln aus den eigenen Eiern, Wurstwaren und vieles mehr wird immer freitags von 14 bis 18 Uhr im Hofladen Im Schlag 1A in Nassenerfurth angeboten. Mittwochs und samstags ist das Schmiedehof-Mobil auf dem Wochenmarkt in Baunatal. schmiedehof.bio.de

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