Nach sechs Jahren Pause ist der legendäre Triathlon am Borkener Badesee wieder da

Neuanfang an der Stockelache

Früher gab es mehr nackte Haut: 1994 trugen die Teilnehmer des Stockelache-Triathlons beim Schwimmen noch keine wärmenden Neopren-Anzüge, sondern Badehosen. Fotos: Hannappel/Kasiewicz/nh

Borken. Vor 22 Jahren sah der Triathlonsport noch anders aus. Mit den Rennrädern, die 1992 beim ersten Triathlon am Borkener See standen, würde heute keiner mehr antreten. Heute haben fast alle windschnittige Spezialmodelle und tragen auch keine Badehosen mehr, sondern wärmende Neoprenanzüge.

Und trotzdem wird Martin Hannappel ein bisschen warm ums Herz, wenn er sich die Bilder von damals anschaut. Der Fritzlarer hat den Stockelache-Triathlon einst mit ins Leben gerufen. 17 Jahre lang war das Rennen eine feste Größe in der Szene – bis sich die Organisatoren des TuS Fritzlar 2009 entschieden, in die Domstadt umzuziehen. Seit sechs Jahren veranstalten sie den Ederauen-Triathlon am dortigen Freibad. Die Stockelache war Geschichte.

An diesem Samstag erlebt der legendäre Triathlon seine Rückkehr. Marcel und André Krug, die sonst den Celticman am Neuenhainer See veranstalten, lassen ihn wieder aufleben. 600 Athleten bis hin zur 2. Bundesliga werden zu den Rennen über die Sprint- und olympische Distanz erwartet. Damit liefert die Stockelache den Rahmen für den größten Triathlon Nordhessens.

Schon früher kamen Sportler aus der ganzen Republik an das ehemalige Tagebauloch. In den Anfangsjahren war da nur eine Wiese, erst später kamen Umkleidekabinen und ein Restaurant hinzu. Seit Ende der 90er bot der See eine perfekte Infrastruktur für den Ausdauerdreikampf. Generationen von Triathleten sind hier groß geworden – auch die Krug-Brüder. Selbst ein späterer Weltmeister wie Daniel Unger ging hier an den Start. 1999 war das, als der TuS die deutschen Meisterschaften der Jugendlichen und Junioren ausrichtete.

„Das alles brachte der Stadt Einnahmen und Renommee“, sagt Hannappel, der heute Geschäftsführer des Hessischen Triathlon-Verbandes und SPD-Fraktionsvorsitzender in der Fritzlarer Stadtverordnetenversammlung ist. Am Ende, so sagt es der 54-Jährige, hätte es der Verein aus der Domstadt in Borken schwierig gehabt. Auch deshalb war 2008 Schluss.

Andere Städte wie Eschwege und Witzenhausen haben aus ihren Wettkämpfen in der Zwischenzeit eine Marke gemacht. In Borken gibt es nun einen Neuanfang. Ob der nächstes Jahr fortgesetzt wird, weiß Marcel Krug noch nicht. Dabei hat er mit seinem Team genug gute Ideen. Für den Staffel-Wettbewerb haben sie eigens den Griesheimer Ironman-Profi Horst Reichel verpflichtet. Der Erlös der Aktion kommt einem integrativen Kindergarten zugute.

Und vermutlich wird auch Reichel etwas wehmütig: Der 32-Jährige, der gerade den Ironman in Schweden gewonnen hat, landete vor Jahren an der Stockelache auch schon mal auf dem Treppchen.

Nachmeldungen bis Freitagabend. Infos: 0172/3470371. www.celticman-triathlon.de

Von Matthias Lohr

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