Partei hatte Infostand an Stockelache aufgebaut

Politiker demonstrieren für A 49 - Ausbau-Befürworter distanzieren sich von AfD-Infostand

Zahlreiche Schilder zeigten am Samstag an der Stockelache die Meinung der A 49-Befürworter.
+
Zahlreiche Schilder zeigten am Samstag an der Stockelache die Meinung der A 49-Befürworter: Auch die lokale Politik zeigte Gesicht. Vertreter der FDP, CDU, SPD und der AfD waren vor Ort.

Die Demonstrationen für und gegen den Ausbau der Autobahn 49 bewegen die Region. Als sich beide Lager am Wochenende im Schwalm-Eder-Kreis erstmals direkt gegenüberstanden, gab es für die zahlreichen Befürworter des Ausbaus tatkräftige Unterstützung aus der lokalen Politik.

Als eine der ersten Demonstrationsteilnehmer waren Vertreter der AfD an der Stockelache vor Ort. Statt mit Plakaten und Schildern zu protestieren, auf denen der Weiterbau der Autobahn gefordert wird, hatte die Fraktion allerdings einen Infostand mit eigenen Bannern und Wimpeln aufgebaut.

„Wir sind gegen eine Flyerverteilung der AfD bei unserer Demo“, hatte Mitorganisator Sascha Nette bereits am Freitag im HNA-Gespräch gesagt. Der Auftritt der Partei sei „unterste Schiene“. „Damit wollen wir nichts zu tun haben.“ An der Teilnahme konnten sie die Partei jedoch nicht hindern. „Es ist schade, dass die AfD die Veranstaltung für ihren Wahlkampf nutzt“, machte Demo-Mitorganisator Nette am Samstag noch einmal deutlich.

Die Partei selbst äußerte sich dann am Montag in einer Pressemitteilung auch inhaltlich zum Weiterbau der A 49. Als „Vorwärts in die Steinzeit“ bezeichnet die Sprecherin des AfD-Kreisverbandes und Fraktionsvorsitzende im Kreistag, Renate Glaser, die Forderungen der A 49-Gegner. Eine Baumaßnahme, die nach jahrzehntelanger Planung vor dem Abschluss stehe, solle buchstäblich wenige Kilometer vor dem Ziel wieder eingesammelt werden? „Das ist ökonomisch völliger Irrsinn und so unverantwortlich wie die ökologische Belastung, die durch die wiederholten Umleitungen wegen der Autobahnsperrung entsteht.“ Der Erhalt und der Schutz von Wäldern als Lebensraum für nachfolgende Generationen stehe bei der AfD weit oben auf der Agenda. Jedoch müsse sorgfältig abgewogen werden zwischen Naturschutz und Rücksichtnahme auf die Gesundheit von Menschen, heißt es in einer Mitteilung der Fraktion.

Auch weitere Lokalpolitiker meldeten sich zu Wort. Bad Zwestens Bürgermeister Michael Köhler äußerte sich kritisch gegenüber der erneuten Autobahnsperrung: „Der Aufwand und der verursachte Schaden beim Absperren für eine so geringe Anzahl von Demonstranten ist unverhältnismäßig.“ Das Demonstrationsrecht sei wichtig. „Aber hierfür habe ich kein Verständnis“, so Köhler. Seine Forderung an das Regierungspräsidium: Solche „Mini-Demos“ auf der Autobahn künftig nicht mehr genehmigen. Dieter Kraushaar aus Bad Zwesten war für die SPD vor Ort. „Wir wollen trillern, wir wollen Krach machen und sensibilisieren“, sagte er. Die Autobahn ermögliche es den Menschen aus dem Landkreis schnell nach Kassel zu kommen. Eine Autobahn sei ökonomischer, ist sich Kraushaar sicher. Der Spritverbrauch sei geringer. „Und“, fügte er hinzu: „Wir haben auch ein Anrecht darauf, mal schnell im Süden zu sein.“

Vor Ort waren außerdem auch Vertreter der FDP. Auf ihren Schildern positionierten sie sich klar mit Sprüchen wie „Respekt zeigen, Recht durchsetzen.“ Als ganz klare Ausbau-Befürworter präsentierten sich auch CDU-Politiker an der Stockelache. Mit einem großen Banner in der Hand sagte der Fritzlarer Michael Schär, der auch bei der kommenden Landratswahl kandidieren möchte: „Das Demonstrationsrecht steht allen zu.“

Allerdings müsse überlegt werden, wie verhältnismäßig die Proteste sind – insbesondere, wenn es sich um einen „gerichtsfesten Beschluss“ handele. „Eine überragende Mehrheit der Menschen ist für den Ausbau der A 49“, betonte Schär. Die Autobahngegner bezeichnete er als „unverbesserliche Rechthaber.“ (Daria Neu und Chantal Müller)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.