"Fusion nicht um jeden Preis"

Raiffeisenbank Borken hat eine neue Spitze

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Sie stehen der Raiffeisenbank Borken vor: Aufsichtsratsvorsitzender Gerhard von Rieß (links) und die beiden Vorstandsmitglieder Jürgen Schneider und Christof Wehrum. 

Borken. Wenn alles so gekommen wäre wie ursprünglich gedacht und geplant, wäre die Borkener Raiffeisenbank seit Herbst Teil der neuen VR-Partnerbank Chattengau/Schwalm-Eder. Doch die Fusionspläne sind geplatzt, das Borkener Geldinstitut ist noch immer eigenständig.

Das kann sich demnächst ändern, muss es aber nicht: „Ja, wir brauchen auf lange Sicht gesehen einen Zusammenschluss“, sagt Vorstandsmitglied Christof Wehrum. Aber: „Wir wollen eine Fusion auch nicht um jeden Preis. Solange die Kunden unser Geschäft akzeptieren, solange haben wir weder Druck noch Zwang.“

Denn wer glaube, dass das die Lösung aller Probleme sei, der irre: Ein Zusammenschluss könne Probleme vielleicht verlagern, sie aber nicht lösen. Deshalb, sagt Wehrum, bleibe die Raiffeisenbank bei ihrer Strategie: Sie werde weiter gut arbeiten – und dabei offenbleiben für Ideen und Gespräche.

Und neue Ideen sind gefragt in Zeiten der Niedrigzinspolitik, der Regulatorik und Digitalisierung, also in Zeiten der schwierigen Bedingungen.

Einer, der bereit ist, neue Wege zu gehen, ist Jürgen Schneider. Der 53-Jährige ist seit Januar Vorstandsmitglied und Teamplayer: „Das Bankgeschäft ist ein Mannschaftsspiel – gerade in einem so kleinen Haus wie unserem“, sagt er. Jürgen Schneider startet in seinem neuen Amt in einer Zeit, die er als schwierig beschreibt: „2017 hatte die Raiffeisenbank Borken viele Baustellen – und die beschäftigen uns auch in diesem Jahr noch weiter.“

Eines der zentralen Themen ist die Digitalisierung, die für traditionelle Bankhäuser eine riesige Herausforderung bedeute. „Wir müssen Wege finden, wie wir trotz Internetzeiten im Gespräch mit den Kunden bleiben“, sagt Jürgen Schneider.

Denn das Internet ist der größte Konkurrent: Der Wettbewerb findet längst nicht mehr zwischen regionalen Banken statt, sondern ganz klar zwischen den analogen und digitalen Geldinstituten im Internet. Nicht ohne Grund zeigt die Raiffeisenbank nicht nur in Borken, sondern auch in Jesberg, Bad Zwesten und Neuental Präsenz in der Fläche. „Die ist wichtiger denn, wenn wir unsere regionale Identität wahren wollen“, sagt Wehrum. Und diese Identität, die will die Raiffeisenbank unbedingt wahren, den genossenschaftlichen Gedanken keinesfalls verlieren. „Wir wollen die Kundenbindung erhöhen, mehr Vertrauen gewinnen“, sagt Schneider. Die Raiffeisenbank habe auch 2018 viel vor.

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