Polizei: Hohe Aufklärungsquote

Überfall auf Bank in Kleinenglis: Großfahndung läuft

Kleinenglis. Nach dem Überfall im Borkener Stadtteil Kleinenglis auf eine Bankfiliale läuft die Großfahndung nach den beiden Tätern auf Hochtouren. Im Ort selbst ist es erstaunlich ruhig.

Nur gut zwei Stunden nach dem Überfall auf die Raiffeisenbank ist es in Kleinenglis erstaunlich ruhig. Im Vorraum der Filiale ziehen Kunden Geld aus dem Automaten. Nur die Schalterhalle ist geschlossen, Kunden werden nach Borken oder Großenenglis verwiesen. Durch die Glastür kann man sehen, dass dort aber geschäftiges Treiben herrscht. Spurensicherer der Polizei sind an der Arbeit, irgendwann fahren sie davon.

Rund um Kleinenglis sind Polizeiwagen zu sehen, die Suche nach den Tätern läuft zu diesem Zeitpunkt auf Hochtouren. Vor der Bank selbst ist kein Streifenwagen zu sehen. Kaum etwas deutet auf die dramatischen Ereignisse vom Morgen hin.

Filialleiter unverletzt

Filiale geschlossen: Kunden der Raiffeisenbank Kleinenglis wurden per Schild nach Borken und Großenenglis verwiesen.

Raiffeisen-Vorstandsmitglied Christof Wehrum macht sich ein Bild von der Lage in der Kleinengliser Filiale. Dem 61-jährigen Filialleiter, der von den Räubern gefesselt worden war, gehe es gut, sagte Wehrum. Ein Krisen-Interventionsteam der R+V-Versicherung werde ihm psychologische Unterstützung anbieten.

Bei Raiffeisen ist der Schock auch deswegen groß, weil viele Mitarbeiter sich noch an den schlimmen Überfall im Jahr 2001 in der Kernstadt Borken erinnern. Damals hatte ein Mann vier Angestellte als Geiseln genommen, mehr als 100 Polizisten waren im Einsatz, die Innenstadt war abgeriegelt. Der Überfall endete damals unblutig, als der Täter aufgab.

Banküberfälle seien seltener geworden, sagte Polizeisprecher Reinhard Giesa in Kleinenglis. Das hänge vor allem mit dem Sicherheitsstandard in den Banken zusammen, der deutlich verbessert worden sei.

Kripo hat aktuell viel zu tun 

56 Raubüberfälle gab es 2013 laut Kriminalstatistik im Schwalm-Eder-Kreis. Die Zahlen für 2014 liegen noch nicht vor. Das ist laut Statistik ein mittlerer Wert. Die Aufklärungsquote lag bei 76,8 Prozent: 43 der 56 Fälle wurden aufgeklärt. Bei den 56 Raubüberfällen waren zwölf Mal Zahlstellen/Geschäfte das Ziel. Drei Mal hatten es die Täter auf Spielhallen und sechs Mal auf Tankstellen abgesehen. Elf der zwölf Fälle wurden aufgeklärt.

Die Kriminalbeamten im Schwalm-Eder-Kreis haben derzeit alle Hände voll zu tun: Sechs Mal überfiel ein Serientäter Tankstellen, ein weiterer Tankstellenüberfall geht auf das Konto eines anderen Täters, jetzt der Banküberfall, und in Fritzlar war Ende Dezember eine Frau beim Einzahlen von Geld in der Kreissparkasse überfallen worden.

Wegen der Tankstellenüberfälle wurde die AG Zapfsäule der Kripo Homberg eingerichtet: Diese Beamten würden natürlich derzeit bei den Ermittlungen zum Banküberfall helfen, sagt Markus Brettschneider, Sprecher der Polizei. Sollte es zu personellen Engpässen kommen, könnte man Unterstützung beim Polizeipräsidium Nordhessen beantragen. Zum Beispiel seien Beamte der Bereitschaftspolizei zur Tankstellenüberwachung im Einsatz gewesen.

Von Olaf Dellit und Damai D. Dewert

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