Reptilien-Ausstellung Borken: Auf Tuchfühlung mit Vogelspinnen und Co.

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Sieht kratzig und borstig aus, ist aber ganz weich und sanft: Unsere mutige Praktikantin Johanna Spengler lernte im Bürgerhaus Borken Therapie-Spinne Erika kennen.

Borken. Dieses Wochenende können Besucher den größten Reptilienarten und Insekten im Bürgerhaus in Borken nicht nur in die Augen schauen, sondern auch anfassen

„Wer panische Angst vor Spinnen hat, ist bei uns genau richtig.“ So formuliert es Tierspezialist Christian Weber, der auch für die Pflege der rund 270 Reptilien, Amphibien, Spinnen und Insekten der „Reptilien Ausstellung“ verantwortlich ist. Dieses Wochenende können Besucher den größten Reptilienarten im Bürgerhaus in Borken nicht nur in die Augen schauen, sondern auch anfassen. Dazu gehören unter anderem 30 Schlangen, 30 Spinnen und unzählige Insekten.

„Ziel der Ausstellung ist, den Leuten die Angst und den Ekel zu nehmen“, so André Hein, Veranstalter der Reptilien-Show. „Viele kommen mit Vorurteilen. Schlangen sind nicht glitschig, sondern warm und trocken.“

Vogelspinne im Einsatz

Die Ausstellung hat auch einen therapeutischen Effekt. „Bei großer Angst führen wir die Menschen langsam an die Tiere heran“, so Tierpfleger Christian Weber. Für den Anfang könne man auch nur die abgeworfene Haut einer Vogelspinne genauer unter die Lupe nehmen. Die Vogelspinne Erika ist auch als Therapie-Spinne tätig. Sie weiß genau, wann sie sich bewegen und wann sie stehen bleiben soll, je nachdem wie ihr Tierpfleger sie sanft mit dem Finger antippt.

Von jeder Tierart erfahren die Besucher ihre Herkunft, wie sie essen und sich fortpflanzen. „Wir möchten Wissen über die Tiere vermitteln“, so Weber. Viele Kinder wüssten beispielsweise nicht, wie viele Beine und Augen Spinnen haben.

Wie geeignet Spinnen und Co als Haustiere sind, ist unterschiedlich. „Einige Spinnenarten sind unkompliziert zu halten“, so Hein. Sie bräuchten im Gegensatz zu Reptilien kein UV-Licht. „Wasser und ein bis zwei Heuschrecken reichen.“ Ein Chamäleon sei dagegen schwieriger.

Kinder sind die Mutigeren

Gegengift sei bei der Ausstellung nicht nötig. „Alle Spinnen sind giftig“, erklärt Hein. Aber sie seien friedlich, außerdem haben ihre Spinnen nur so viel Gift wie eine Wespe. Kinder seien grundsätzlich die mutigeren Besucher. „Sie haben weniger Berührungsängste“, sagt Hein. „Fast alle, die am Anfang richtig Angst hatten, nehmen am Ende trotzdem eine Spinne auf die Hand.“

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