Neues Leben in der Stadt

Rundgang der Leader-Region Schwalm-Aue durch Borken

Der Kampf gegen den Leerstand: Die Stadt Borken kauft in der Bahnhofstraße zwei alte Gebäude. Beim Stadtrundgang der Leader Region Schwalm Aue von links Robert Freund, Sonja Lehmann, Bürgermeister Marcel Pritsch, Halime und Kenan Akkoyun, Bärbel Reinbold, Irmhilde Moor, Regionalmanagerin Sonja Pauly, Sezer Ay und Franziska Gimbel vom Planungsbüro.
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Der Kampf gegen den Leerstand: Die Stadt Borken kauft in der Bahnhofstraße zwei alte Gebäude. Beim Stadtrundgang der Leader Region Schwalm Aue von links Robert Freund, Sonja Lehmann, Bürgermeister Marcel Pritsch, Halime und Kenan Akkoyun, Bärbel Reinbold, Irmhilde Moor, Regionalmanagerin Sonja Pauly, Sezer Ay und Franziska Gimbel vom Planungsbüro.

Die einen waren dabei, weil sie Ideen suchten, die anderen, weil sie wissen wollten, was in ihrer Stadt geschieht: Beim Rundgang „hereinspaziert“ der Leader-Region Schwalm-Aue beschäftigte sich konkret mit Umbauten in der Borkener Innenstadt.

Borken – Investor Kenan Akkoyun baut gerade den 1904 errichteten Hof Stiefel um. Der war zu Zeiten, in denen Borken ein kleines Ackerstädtchen war, einer von vielen Bauernhöfen entlang der Bahnhofstraße. Heute, wo es immer schwieriger wird, Neubaugebiete zu schaffen, liegt der Hof in einer gefragten Innenstadtlage. „Wir wollen die Stadt- und Ortskerne wieder mit Leben füllen“, sagte Bürgermeister Marcel Pritsch beim Rundgang. Er verwies auf die Maxime, dass für die Stadt Borken die Innenentwicklung vor der Außenentwicklung stehe – der Rundgang sollte das belegen.

Er zeigte Beispiele, bei denen Bauherren den Mut hatten, leer stehende Häuser, Ställe, Scheunen zu kaufen, zu sanieren und neu zu nutzen – im besten Falle barrierefrei, um den Bedürfnissen einer älter werdenden Gesellschaft gerecht werden zu können. Vor allem kleinere Wohnungen würden stark nachgefragt, berichtete Kenan Akkoyun, der gleich zwei Objekte in der Innenstadt saniert, im Hof Stiefel auch den ehemaligen Stall in Wohnraum verwandeln will. Mut, Fantasie, Geduld und vor allem ein Konzept seien bei Umbauten im Bestand gefragt. Regionalmanagerin Sonja Pauly begrüßte die Privatinitiative des Investors: In vielen alten Gebäuden stecke großes Potenzial. Der Spaziergang solle die Fantasie anregen, Möglichkeiten aufzeigen.

Zeigte Sanierungspläne ihres Hauses in der Altstadt: Sonja Lehmann.

Die hatten auch Sonja Lehmann und Uwe Vogel gesehen, als sie vor etlichen Jahren ein altes Fachwerkhaus in der Innenstadt renovierten. Nachdem 16 Container Bauschutt aus dem ehemaligen Bauernhaus abtransportiert waren, eröffneten sich neue Möglichkeiten für ein modernes Wohnen in der Innenstadt. Und das ist angesagt und gefragt: „Uns geht die Arbeit beim Schaffen von Lebensqualität nicht aus“, sagt Bauamtsleiter Christoph Bachmann und verweist auf viele Fördertöpfe und -programme für Umbauten und Sanierungen. Die Stadt wolle und werde jene Bauherren unterstützen, die Projekte angehen wollten und jene ermuntern, die noch zögerten, einen Umbau zu wagen.

Doch manches Projekt müsse die Stadt selbst angehen, ergänzte Bürgermeister Marcel Pritsch und verwies auf zwei seit Langem leer stehende Häuser in der oberen Bahnhofstraße. Die will die Stadt abreißen und die frei werdende Fläche einem Investor zur Verfügung stellen, der eine neue Bebauung an dieser Stelle vornehmen will.

Wird gerade renoviert: Das frühere landwirtschaftliche Anwesen Hof Stiefel in der Bahnhofstraße, in das Eigentümer Kenan Akkoyun nun Wohnungen baut.

„Wir wollen zeigen, dass es sich lohnt, in die Innenstadt zu investieren“, sagte Bürgermeister Pritsch. Die Stadt könne nicht bei jedem Projekt führend vorangehen, sondern sei auch auf die Initiative von privaten Investoren angewiesen.

Der Spaziergang der Leader-Region brachte viele Erkenntnisse. Vor allem aber die, dass die Stadt Borken fürs Wohnen in der Innenstadt werben und ein guter Ansprechpartner für Investoren sein will. (Claudia Brandau)

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