Gustav-Heinemann-Schule nimmt an Aktion gegen das Vergessen teil

Schüler in Borken putzen Stolpersteine am Anne-Frank-Gedenktag

Gegen das Vergessen: Die 10. Klasse der Gustav-Heinemann-Schule putzte anlässlich des Gedenktages von Anne Frank Stolpersteine in Borken. Hinten Lehrer Marco Seibel, vorne Bürgermeister Marcel Pritsch.
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Gegen das Vergessen: Die Klasse 10 c der Gustav-Heinemann-Schule putzte anlässlich des Gedenktages von Anne Frank Stolpersteine in Borken. Hinten Lehrer Marco Seibel, vorne Bürgermeister Marcel Pritsch.

Borken – Sie mussten auf die Knie gehen, um die Stolpersteine zu putzen, die in Borken vor den ehemaligen Häusern jüdischer Mitbürger verlegt sind, um an die Menschen zu erinnern, die in Borken lebten. Die Schüler der Klasse 10c der Gustav-Heinemann-Schule beteiligten sich am Gedenktag, den das Anne-Frank-Zentrum Berlin imitiert und zur Teilnahme aufgerufen hatte.

Und es waren etliche Stationen, an denen sich die Jugendlichen bücken mussten: 16 Stolpersteine finden sich in Borken unter anderem an der Kirche, der Marktstraße, Bahnhofstraße, Pferdetränke, Gellenweg. Es waren zahlreiche Familien, die von den Nazis verschleppt und und in Konzentrationslagern ermordet wurden. „Ich finde es wichtig, immer wieder an diese Zeit zu erinnern – und darum sollten auch die Steine in Ehren gehalten werden“, sagt Luka Katzschner, Schüler der 10c. „Deswegen putzen wir sie.“

Für Geschichtslehrer Marco Seibel war es keine Frage, ob er sich mit seinen Schülern am Gedenktag beteiligen würde. Die hatten sich bereits an Gedenkveranstaltungen zur Pogromnacht auseinandergesetzt, damit schon viel zu den Themen Zweiter Weltkrieg und Holocaust gelernt.

Für Klassenlehrer Marco Seibel steht mit den Themen Nationalsozialismus und Holocaust aber nicht die Schuld der Vergangenheit, sondern vielmehr die Verantwortung für die Demokratie der Gegenwart im Mittelpunkt: „Das ist die wirkliche Lehre, die wir aus dieser schlimmen Zeit ziehen müssen.“

Tim Ide-Premer schließt sich seinem Lehrer an: „Es ist ein dunkles Kapitel in der deutschen Geschichte und wir sollten uns daran erinnern, damit so etwas nicht noch einmal passiert.“

Viele der Informationen, die die Schüler zum jüdischen Leben in Borken hatten, hatte Ingo Sielaff, Leiter des Borkener Bergbaumuseums zusammengestellt. Er hatte zum Gedenktag am Freitag auch noch nicht verlegte Stolperstein mitgebracht, die eigentlich schon im Mai 2020 hätten eingesetzt werden sollen. Allerdings wurde dies durch die Pandemie um zwei Jahre geschoben und auf Mai 2022 verlegt. Insgesamt 18 Steine sollen dann zu den vorhandenen in der Borkener Kernstadt hinzukommen.

Am Ende der Aktion zeigte sich Marco Seibel zufrieden: „Trotz der Hitze am Freitag haben alle Schüler mitgemacht. Und auch wenn wir im Geschichtsunterricht gerade ein anderes Thema behandeln, haben sich die Schüler interessiert und motiviert mit dem Thema Nationalsozialismus auseinandergesetzt“, lobt Seibel. Von Claudia Brandau und Kira Müller

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