Freizeitaktivitäten im Schwalm-Eder-Kreis

Corona: Hohe Besucherzahlen sorgen für kritische Lage an Seen

Luftaufnahme des Naturbadesees Stockelache bei Borken.
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Der Naturbadesee Stockelache bei Borken ist besonders an heißen Tagen bei Badegästen beliebt.

Sonnenschein und Temperaturen jenseits der 30-Grad-Marke haben am Wochenende viele, teilweise viel zu viele Badegäste an die Seen im Schwalm-Eder-Kreis gelockt.

Schwalm-Eder - Laut Sascha Rzaczek, Vorsitzender der SPD Borken, war am Naturbadesee Stockelache am Samstag, 1. August, schnell die maximale Besucherzahl erreicht. Diese wurde von der Stadt Borken auf 2000 Menschen begrenzt. Auf der Suche nach einer anderen Bademöglichkeit waren viele Menschen auf den Singliser See und den Gombether ausgewichen. Dort wurde laut Rzaczek „wild“ geparkt und gegen Abstandsregeln verstoßen.

Bei dem Naherholungsgebiet Singliser See handelt es sich laut Susanne Norwig, Pressesprecherin der Stadt Borken, um einen öffentlichen Platz ohne Umzäunung und ohne kontrollierbare Zugänge. Eine Beschränkung der Besucherzahlen sei dort nicht umsetzbar. Es bestehe lediglich die Möglichkeit, das Gelände komplett räumen zu lassen, seien sich die Badegäste nicht ihrer Eigenverantwortung bewusst, heißt es auf HNA-Anfrage.

Kritische Lage an Badeseen im Schwalm-Eder-Kreis: Großer Besucherandrang

Auch an den Neuenhainer See bei Neuental lockt das schöne Wetter viele Menschen. „Fünfmal mussten wir bisher einen Einlass-Stopp verhängen“, sagt Bürgermeister Dr. Philipp Rottwilm. Unter anderem auch am vergangenen Wochenende. Dabei sei die maximale Zahl der Badegäste bereits von 500 auf 600 erhöht worden.

Am Silbersee in Frielendorf halten sich die Besucher laut Bürgermeister Thorsten Vaupel im Großen und Ganzen an die Abstandsregeln. Der Silbersee ist, wie der Singliser See bei Borken, freizugänglich und nicht eingezäunt.

Beide Seen sind laut Polizeisprecher Jörg Grösch öffentliche Orte, die von der Polizei kontrolliert werden. Am Singliser See habe es laut Polizei keine nennenswerten Verstöße gegen Abstandsregelungen gegeben. Laut Landkreissprecher Stephan Bürger liegen für das vergangene Wochenende auch keine Anzeigen wegen Verstößen gegen Corona-Regeln an Seen vor. Allerdings sind am Singliser See laut Norwig zwischen 800 und 1000 Bußgeldverfahren wegen Falschparkens aufgenommen worden.

Kritische Lage an Badeseen im Schwalm-Eder-Kreis: Strafen bei Abstandsverstößen im öffentlichen Raum

Ordnungsämter, Strandwachen und Polizei kontrollieren an den Seen im Landkreis, ob sich die Besucher an die in der Coronakrise geltenden Abstandsregeln halten. Kommt es zu Verstößen, werden die Badegäste laut Polizeisprecher Jörg Grösch auf ihr Fehlverhalten hingewiesen. Ändert sich danach nichts, würden die Personalien aufgenommen und ein Bußgeld von 200 Euro verhängt. Im öffentlichen Raum sind Gruppen von bis zu zehn Personen erlaubt. 

Am Singliser See suchten viele Menschen am Samstag Abkühlung - mit negativen Folgen. „Dort herrschte Hochbetrieb. Die Polizei, das Ordnungsamt und eine Security-Firma waren im Einsatz. Die Parkplätze waren überfüllt – es entstand ein Verkehrschaos auf den umliegenden Straßen“, teilt Norwig auf HNA-Anfrage mit. Auch auf den Gombether See sind laut des Borkener SPD-Vorsitzenden Sascha Rzaczek einige Menschen ausgewichen. Dort sei das Baden bis 2023 jedoch verboten, da der See unter Bergaufsicht stehe.

Kritische Lage an Badeseen im Schwalm-Eder-Kreis: Kontrollen am Singliser See

Um die Park-Situation am Singliser See in den Griff zu bekommen, waren laut Norwig sowohl Polizei und als auch Ordnungsamt im Einsatz. Außerdem seien Durchsagen von der Polizei gemacht worden, dass die Fahrzeuge abgeschleppt werden und es seien hundertfach Bußgeldverfahren aufgenommen worden.

Die Parkplatzsituation und die Einhaltung der Vorschriften würden auch in den kommenden Tagen und Wochen durch Ordnungsamt, Security und Polizei weiter verstärkt kontrolliert. Darüber hinaus würden die Radiosender durch die Stadtverwaltung frühzeitig über die ausgeschöpften Park- und Bademöglichkeiten informiert.

Rzaczek kritisiert, dass am Singliser See im Bereich der Toiletten und des Gastronomiebereiches dichtes Gedränge herrschte. „Die Einhaltung der Corona Abstandsregelungen und Hygienevorschriften ist aus unserer Sicht nicht gewährleistet.“B

Kritische Lage an Badeseen im Schwalm-Eder-Kreis: Verstoß gegen Hygiene- und Abstandsregeln

Laut Norwig hätten viele Menschen den Respekt vor der Infektionsgefahr verloren, die vom Coronavirus nach wie vor ausgeht. Sie ignorierten Hygiene- und Abstandsregeln. Die Pressesprecherin appelliert deshalb an die Vernunft und Eigenverantwortung der Badegäste. Nur so könnten die Seen weiterhin zur Verfügung stehen.

Am Silbersee, wie der Singliser See ein öffentlicher Ort, war die Situation laut Bürgermeister Thorsten Vaupel am Wochenende entspannter. Freitag bis Sonntag kontrolliert Strandwache Petra Wölfe-Hahn, dass die Abstände eingehalten werden. Montag bis Donnerstag gebe es laut Vaupel temporäre Kontrollen durch das Ordnungsamt. Da es nur Einzelfälle gab, die den Abstand nicht einhielten, seien keine verschärften Maßnahmen notwendig.

Auch am Neuenhainer See ging es laut Bürgermeister Dr. Philipp Rottwilm recht gesittet zu. „Wir sind mit dem Verhalten der Leute ganz zufrieden, auch wenn nicht alle Verständnis für die neuen Regeln haben“, sagt er. Die Zahl der Hinweisschilder und die der Bodenmarkierungen sei erhöht worden. Auch wenn das Ordnungsamt regelmäßig vorbeischaue, gehe es nicht ohne die Eigenverantwortung der Besucher, so der Bürgermeister. (Christina Zapf Und Sandra Böhm)

Tickets für das Naturbadesees Stockelache gibt es nur online.

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