Suche nach neuer Bleibe - Kritik an mangelnder Unterstützung

Senioren-Freizeitpark will nach Ostdeutschland umziehen

Borken. Die Tage des Senioren-Freizeitparks in Borken sind offenbar gezählt.

Richard Rode, der Eigentümer des nach eigenen Angaben ersten Parks dieser Art in Deutschland, schaut sich jedenfalls nach einem neuen Standort um, wie er im HNA-Gespräch sagte.

Aktualisiert:

2. August 2015, 14 Uhr

Grund dafür sei mangelnde Unterstützung des Landkreises, so Rode. Es habe immer nur Schulterklopfer und gute Worte gegeben, das reiche nicht aus. Förderanträge an den Landkreis habe er aber nicht gestellt, sich dabei auf die Hilfe der Stadt Borken verlassen. Dort habe man ihm jetzt mitgeteilt, dass er 400 Euro aus einem Förderprogramm erhalten könne. Das empfand Rode als Beleidigung. „In der Ausstellung stecken ein paar Millionen Euro und viele Jahre Arbeit“, erklärt er und betont, dass der Tourismus durch seinen Park gefördert würde. Im Juni sei an einem Tag eine Gruppe mit 500 Personen zu Gast gewesen. An anderen Tagen zählte er 80 bis 100 Menschen, vorwiegend aus Ostdeutschland.

Dorthin zieht es Rode auch bei seiner Suche nach einem neuem Standort. Dort verfüge man über gut sanierte, leerstehende Schlösser. „Ich habe schon einige Angebote bekommen“, sagt er und berichtet von einem Schloss in Thüringen, dass teuer saniert wurde und seit zwölf Jahren leer stehe. Auch auf Usedom habe man ihm eine Anlage angeboten. „Das wären Alternativen“, sagt der 73-Jährige. Dort müsste er nicht so viel Geld investieren, wie in Borken. Derzeit ist der Seniorenpark geschlossen – aus Gründen des Brandschutzes. Nach Rodes Kalkulation würde er einen perfekten Park mit Außengelände präsentieren können, wenn der Schwalm-Eder-Kreis 300.000 Euro zuschieße und er zudem Eigenkapital investiere.

Eigentlich würde Rode gerne bleiben, aber ohne finanzielle Unterstützung gebe es für den Park keine Zukunft in Borken. Eine Entscheidung werde er Ende 2015 treffen.

Hintergrund: Kehrtwende bei der Planung

Noch vor zwei Wochen hatte Richard Rode große Pläne: Er wollte expandieren, auf dem Außengelände einen Freizeitpark für Familien samt Bewegungsparcours für Senioren errichten. Jetzt die Kehrtwende: Er suche nicht nur nach einem neuen Standort, sondern auch nach Käufern für das Alte Kraftwerk. Das erste Seniorenpark-Jahr, sei gut gelaufen, bis zu 3000 Besucher seien pro Monat gekommen. Auf rund 10.000 Quadratmetern - das ist etwa so groß wie eineinhalb Fußballfelder - befindet sich der Park. Dessen Eröffnung sorgte Anfang August 2014 bundesweit für Aufsehen, er war als zu museal und nicht speziell für Senioren ausgelegt kritisiert worden. (may/dpa)

Archivbilder: Senioren-Freizeitpark öffnet in Borken

Senioren-Freizeitpark öffnet in Borken

Rubriklistenbild: © Archivfoto: Dellit

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