Probleme zur Schule zu kommen

Sanierung am Bahnübergang in Singlis erschwert den Schülerverkehr

Da endet der Schulweg nach Borken: Johanna Schlieper, Jessica Bickert, Claudia Peter, Marion Nitsch (hinten von links) mit Schulkindern der 1. bis 4. Klasse der Grundschule am Tor in Borken an der Absperrung am Bahnübergang in Singlis.
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Da endet der Schulweg nach Borken: Johanna Schlieper, Jessica Bickert, Claudia Peter, Marion Nitsch (hinten von links) mit Schulkindern der 1. bis 4. Klasse der Grundschule am Tor in Borken an der Absperrung am Bahnübergang in Singlis.

Der Bahnübergang in Singlis ist geschlossen, er wird saniert. Das wirkt sich auf die Busverbindungen von Lendorf nach Borken aus. Schüler und Eltern müssen sich neu organisieren.

Der Weg von Lendorf nach Singlis ist gerade so lang und so weit wie nie: Der Bahnübergang in Singlis ist geschlossen, er wird bis Ende November saniert. Das bedeutet nicht nur weite Umwege für Autofahrer, sondern hat auch zur Folge, dass sich Schüler und Eltern neu organisieren müssen. Die dauerhaft geschlossene Schranke zerschneidet während der Sanierung die Busverbindungen von Lendorf nach Borken.

Das merken gerade Dutzende von Eltern und Kindern, berichtet Jessica Bickert aus Lendorf. Ihr siebenjähriger Sohn Philipp besucht die Grundschule Am Tor. Morgens gibt es zwei Verbindungen, die über die Umleitung Freudenthal und Pfaffenhausen führen. Dabei könne Philipp wählen, ob er lieber eine Stunde zu früh in der Schule sein oder lieber eine Viertelstunde zu spät in den Unterricht kommen wolle.

Das wahre Problem aber stelle sich mit dem Rückweg, denn auch dann müssen die Grundschüler eine schwere Wahl treffen: Entweder sie warten nach Ende der vierten oder fünften Stunde auf den Bus um 14.04 Uhr, der die Umleitungsstrecke bis zurück nach Lendorf fährt. Oder aber sie nehmen frühere Verbindungen und landen dann an der Endstation Singlis. „Dann müssen die Eltern zusehen, wie sie die Kinder heimholen“, sagt Jessica Bickert. Sie stehe mit ihrem Unmut längst nicht alleine da, viele Eltern seien empört, dass man sie mit dem Problem allein lasse.

Sanierung am Bahnübergang in Singlis: Eltern fühlen sich im Stich gelassen

Die Lendorferin fühlt sich von Landkreis, Stadt, Schule und Bahn vor vollendete Tatsachen gestellt. Sie habe bei vielen Stellen und Behörden angerufen, aber keine fühle sich zuständig. Das Schulamt verweise auf die Schulpflicht, hinterfrage aber nicht, wie die Schüler in den Unterricht kommen sollen – auch von anderen Stellen sei keine Hilfe gekommen. Stattdessen seien die Eltern aufgefordert worden, Fahrgemeinschaften zu bilden, um das Transportproblem auf mehrere Schultern zu verteilen. „Das ist in Zeiten von Corona keine so gute Idee“, sagt Bickert. Auch die Idee, dass die Kinder in Singlis aussteigen und durch die Felder die zwei Kilometer nach Lendorf laufen, hält sie für keine Lösung: „Das kann man nicht von Erst- und Zweitklässlern verlangen.“

Was sie sich wünscht: Dass es Alternativverbindungen gibt, die die Schüler trotz des Hindernisses gut, sicher und pünktlich zur Schule befördern. Was Jessica Bickert ärgert: Dass die Sanierung des Bahnübergangs bestimmt lange im Vorfeld organisiert wurde. Aber dass sich keiner Gedanken gemacht habe, was das für den Schülerverkehr bedeute. Denn der Schleichweg über die Singliser Brücke ist nicht mehr möglich – die Brücke wurde am Mittwoch für Busse und Laster gesperrt.

Von Claudia Brandau

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