Borken und Gudensberg

Suche nach Wohnraum für Flüchtlinge: „Müssen solidarisch sein“

Borken/Gudensberg. Es war ein eindringlicher Appell von Borkens Bürgermeister Bernd Heßler am Donnerstag im Parlament: Er forderte Einwohner und Politiker auf, mit dem Flüchtlingsstrom die „größte Herausforderung seit dem 2. Weltkrieg“ anzunehmen.

In den kommenden Wochen könnten bis zu 3000 Menschen in den Kreis strömen, sie alle müssen untergebracht und betreut werden.

Jetzt gelte es, geeignete Immobilien zu finden, sagte Heßler. Borken könne keine gewerblichen Immobilien anbieten – wohl aber Dorfgemeinschaftshäuser. Man müsse prüfen, welche sich für eine Sammelunterkunft eigneten.

In den kommenden zwei bis drei Wochen, so Heßler, werde die Stadt zusammen mit den Ortsvorstehern alle Möglichkeiten durchgehen und „intensiv prüfen“. Die DGHs böten den Flüchtlingen zwar ein Dach über dem Kopf und auch Toiletten, aber weder Duschen noch Bäder. Die müssten in Containern gestellt werden.

„Diese Situation hat sich niemand gewünscht“, sagte Heßler. „Aber die Menschen sind nun einmal da und wir sind aufgefordert, ihnen zu helfen.“ Unter den Flüchtlingen befinden sich auch zahlreiche unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, die ohne Eltern und Aufsichtspersonen nach Deutschland kamen. 26 von ihnen sollen demnächst in der Gombether Mühle untergebracht werden.

„Es handelt sich um eine außergewöhnliche Situation, in der außergewöhnliche Solidarität gefragt ist,“ sagte Heßler. „Es wird nicht das Thema der nächsten Wochen und Monate, sondern eine Herausforderung, die uns die nächsten Jahre begleiten wird.“

GUDENSBERG

„Wir müssen uns unserer Verantwortung stellen“, sagte auch Gudensbergs Bürger Frank Börner vor den Stadtverordneten und zahlreichen Zuhörern. Es fehle überall an geeignetem Wohnraum für die Flüchtlinge, die auch Gudensberg aufnehmen müsse.

Börner sprach von 120 Flüchtlingen, die zunächst in Gudensberg erwartet werden – ohne die etwa 300, die eventuell als Erstaufnahme in die Kreissporthalle kommen sollen. „Dazu sollte es nach Möglichkeit nicht kommen“, meinte der Bürgermeister. Noch versuche der Kreis fieberhaft nach anderen, besseren Lösungen.

Die Stadt investiere zurzeit viel Geld, um Wohnraum bereitstellen zu können, sagte Börner. Drei leerstehende städtische Wohnungen habe man hergerichtet, zehn Flüchtlinge aus dem Irak seien dort inzwischen eingezogen. In Vorbereitung seien weitere Wohnungen, etwa im DGH Maden und in der Alten Schule in Dissen. Auch das Verwaltungsgebäude der ehemaligen Waffelfabrik in der Weinbergstraße werde geprüft.

Die Stadt stellt zudem ab 1. November eine zusätzliche Kraft ein zur Flüchtlingsbetreuung. Börner kündigte an, über den Stand der Dinge aktuell auf der Homepage der Stadt (www.gudensberg.de) und per Aushang am Rathaus zu informieren.

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