Ehefrau erschossen

Totschlag: Tochter des Borkener Täters fordert Mordanklage

Am Tatort: Im Rossauer Ortsteil Seifersbach (Sachsen) hatte Rolf W. am Pfingstmontag seine Ehefrau erschossen. Er hatte auch auf die Schwiegermutter und die Polizei geschossen. Foto: Hendrik Schmidt/dpa

Borken. Die Tochter von Rolf W., der im Juni seine Ehefrau erschossen haben soll, fordert eine Verurteilung wegen Mordes. Die Anklage lautet auf Totschlag.

Gegen den 53-Jährigen aus einem Borkener Stadtteil läuft derzeit das Verfahren.

Doch das hält die 25-jährige Tochter, die in Nordhessen lebt, für falsch. Die Tat habe ihr Vater „eiskalt und geplant“ verübt, sagte sie im Gespräch mit der HNA, und sie sei nicht im Affekt geschehen. Rolf W. hatte am Pfingstmontag im sächsischen Rossau-Seifersbach seine damalige Ehefrau erschossen und auf den Schwiegervater und auf Polizisten gefeuert. Die Flucht des Mannes endete auf der A4 bei Eisenach, dort war er von der Polizei gestoppt worden. Im Auto wurde eine Waffe gefunden. Vermutlich war er auf dem Weg nach Hessen.

Die Staatsanwaltschaft Chemnitz plädiert auf Totschlag, gefährliche Körperverletzung und versuchten Totschlag in drei Fällen, sagte Oberstaatsanwältin Ingrid Burghart auf HNA-Anfrage. Die Ermittlungen hätten keine Mordmerkmale wie Heimtücke, niedere Beweggründe oder Arglosigkeit der Opfer ergeben. Eine lebenslange Freiheitsstrafe sei aber denkbar.

Die Tochter war am Tattag bei einer Freundin im Krankenhaus. Dort wurde sie von der Polizei abgeholt; zunächst ohne zu wissen, was passiert war. Die Sorge der Polizei war offensichtlich, dass Rolf W. in seiner alten Heimat weitere Bluttaten verüben könnte.

Unter anderem lebt die Mutter der 25-Jährigen, mit der Rolf W. einmal verheiratet war, in der Region. "Es ist Schickasl, dass es sie nicht erwischt hat", sagt die Tochter.

Die medizinische Fachangestellte hofft, dass ihr Vater lange hinter Gitter muss, möglichst sogar mit Sicherungsverwahrung. Sie wolle ihn nie wieder sehen, sagte sie. Würde er versuchen, Kontakt mit ihr aufzunehmen, wäre das „der Horror“, wie sie sagt. Sie rechne aber nicht damit.

Von Olaf Dellit

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