EAM und Avacon dementieren Gerüchte um Rückzug

Trotz Abrissarbeiten: Borken bleibt Strom-Standort

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Da klafft eine Lücke: Abrissarbeiten am Gebäude der EAM und der Avac on Netz GmbH sorgen in Borken für Irritationen. Die Unternehmen aber bleiben dem Standort treu. 

Borken – Der Abriss von einzelnen Gebäudeteilen am ehemaligen Standort der Eon sorgt in Borken für Irritationen.

Die Frage, ob sich der Energieversorger aus der Fläche zurückzieht, beschäftigt manchen Borkener: Die Eon sei der Wegbegleiter für den Strukturwandel in Borken gewesen, es verschwinde damit ein großer Teil der Geschichte, heißt es in einem Schreiben an unsere Redaktion.

Fakt aber ist, dass es den Strom- und Gasanbieter Eon in seiner bisherigen Form in Borken gar nicht mehr gibt: Das Gebäude in der Kleinengliser Straße gegenüber des Hellweg-Baumarkts beherbergt heute zwei Netzbetreiber. Zum einen die Avacon Netz GmbH, eine Tochter der Eon. Zum anderen ist dort die kommunale EAM angesiedelt. Im Zuge der Rekommunalisierung der EAM im Jahr 2014 ging das regionale Verteilnetz komplett an die EAM über – die Vertriebskunden verblieben damals beim Eon -Konzern. Der beliefert sechs Millionen Kunden vom Meer bis an die Alpen. Dafür zahlt die Eon den Netzanbietern Netzentgelte. Die EAM wiederum hat 2014 einen eigenen Vertrieb gegründet.

„Wir liefern immer und überall“, sagt Stefan Moriße, Pressesprecher von Eon in München: „Ganz gleich, wo wir sitzen.“ Für die Eon als Grundversorger sei die Frage des Standorts also längst nicht so entscheidend wie für die Netzbetreiber wie Avacon Netz GmbH oder die kommunale EAM: „Als Netzbetreiber ist es wichtig, bei Störungen schnell vor Ort und damit auch in Borken zu sein.“ Das sieht auch René Schneider so. Der Pressesprecher der EAM aus Kassel dementiert Gerüchte um einen eventuellen Rückzug. Schneider bezeichnet Borken als „Traditionsstandort“ der EAM. Sie hat als Betreiber des regionalen Verteilnetzes Teile des Gebäudes in der Kleinengliser Straße angemietet, beschäftigt dort 70 Innen- und Außenmitarbeiter. Und das werde sie auch weiterhin tun: „Die EAM bleibt am Standort“, sagt Schneider: „Eine starke Präsenz vor Ort ist für unser Unternehmen ganz wesentlich.“ 

Auch für die Avacon Netz GmbH steht der Standort nicht zur Diskussion. „Die Avacon zieht sich keinesfalls aus der Fläche zurück“, teilt Pressesprecherin Michaela Fiedler mit. „Der Netzbetreiber benötigt den Standort Borken weiter für die Instandhaltung der Hochspannungsnetze, die Hessen durchziehen und gewartet werden müssen.“ Hintergrund des Abrisses von einzelnen Gebäude seien neue Auflagen des Brandschutzes. Die bislang abgerissenen Gebäudeteile werden auch nicht wieder aufgebaut, teilt Michaela Fiedler mit. Sie seien für den Standort und die dort ausgeführten Arbeiten nicht nötig.

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