Kulturfestival in Borken: Die Türen stehen weit offen

Sie feiern das gute Miteinander: Die Türkisch-Islamische Gemeinde Borken lädt für Samstag und Sonntag zum Kulturfestival ein. Dazu sind alle Menschen aus der Region eingeladen. Fotos:  Brandau

Borken. Recep Akdag möchte am Wochenende vor allem eines: Mit so vielen Menschen wie möglich über Gott und die Welt sprechen. Beim Kulturfestival, das die Türkisch-Islamische Gemeinde Borken und Umgebung feiert, wird er garantiert viele Gesprächspartner finden.

Rund 2000 Menschen strömen in jedem Jahr zu dem Fest, bei dem Menschen aus vielen Nationen und Kulturen zusammen kommen sollen.

„Es gibt noch immer solche Vorurteile, dass Türken in einer Art geschlossenen Gesellschaft leben“, sagt Akdag. „Wir wollen zeigen, dass das nicht stimmt: Unsere Türen und Herzen stehen offen.“

Mehr als 50 Mitglieder der Türkisch-Islamischen Gemeinde haben ein Programm erarbeitet, Zelte und Stände aufgebaut, Spezialitäten gekocht, gebraten und gebacken und einen langen Katalog an Vorbereitungen abgearbeitet. Jetzt ist alles fertig, das Lampenfieber steigt.

Denn auch, wenn die Borkener Gemeinde bereits seit 2009 regelmäßig zum Fest einlädt, ist es doch immer wieder ein neues Ereignis. Für Religionsbeauftragten Mustafa Köse ist das Kulturfestival nicht nur ein Fest, sondern eine große Chance: Eine Chance, der zunehmenden Islamophobie zu begegnen.

„Wir wollen zeigen, dass der Islam eine friedliche und weltoffene Religion ist“, sagt Köse. Ein solches Festival, bei dem es um Kunst, Kultur, Kulinarisches geht, ließen sich ganz unverkrampft Vorurteile abbauen. Bei einem Mokka im Nomadenzelt beispielsweise komme man leicht ins Gespräch, sagt Merve Akdag.

Die 23-Jährige berichtet vom Fest im vorigen Jahr, als der Ansturm auf die Bowle so groß war, dass der Vorrat schneller als gedacht aufgebraucht war. „So mancher ist schnell mal nach Hause gegangen, hat Saft oder Früchte gebracht, so dass wir genügend Nachschub hatten“, berichtet sie. Für die 23-Jährige ein untrügliches Zeichen dafür, dass die Menschen näher zusammen rücken, das friedliche Zusammenleben verschiedener Nationen längst keine Vision mehr, sondern schon Realität ist.

Programm:

Der Freitag gilt eher als eine Art „Probetag“ beim Kulturfestival in der Arnsbacher Straße 16 (Hellwig-Kreuzung). Das offizielle Programm beginnt am Samstag, 6. Juni, um 13 Uhr. Um 14.30 Uhr tritt die Folkloregruppe der Türkisch-Islamischen Gemeinde Köln auf, die auch um 16 Uhr wieder zu sehen ist. Um 17 Uhr tritt die Borkener Kindertanzgruppe auf, ab 18 Uhr können sich die Besucher mit Hennamalerei „tätowieren“ lassen. Ganztägig gibt es Musik, Infos, Kalligrafie, Ebru-Malerei und türkische Spezialitäten zum Probieren und Sattessen.

Auch am Sonntag, 7. Juni, gibt es ab 13 Uhr Programm. Um 15 Uhr steht die Kindertanzgruppe auf der Bühne, ab 17 Uhr Hennamalerei, Kinderschminken, Musik - und jede Menge Gespräche über Gott und die Welt.

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