Bietergemeinschaft macht Angebot – Stadt verhandelt mit Regierungspräsidium 

Viele wollen den Singliser See retten

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Hoffnung für den Singliser See: Stadt und Einwohner machen sich zusammen für seinen Erhalt stark.

Der geplante Verkauf des Singliser Sees bewegt die Menschen: Eine neue Bietergemeinschaft macht sich stark, dass das Naherholungsgebiet in regionaler Hand und Verantwortung bleibt.

Die Firma Shiftphone aus Falkenberg will in dieser Woche zusammen mit den Landwirten, die die ebenfalls zum Verkauf stehenden Flächen bewirtschaften, ein Angebot abgeben. Es wird von der Raiffeisenbank Borken Nordhessen finanziell abgestützt und stehe damit auf solidem Fundament, sagt Waldeck.

Für die Geschäftsführer Carsten und Samuel Waldeck geht es keinesfalls darum, den Singliser See für sich zu erwerben, im Gegenteil. Sie wollen dafür sorgen, dass er weiter zugänglich ist, dass Anlieger wie Bistro und Vereine unter jetzigen Bedingungen bleiben können und dass die Stadt Borken ihn „möglichst milde, achtsam und nachhaltig“ touristisch entwickeln kann.

Für die Region einsetzen

Die Waldecks wollen also mit dem Angebot, das sie zusammen mit Stadt und betroffenen Landwirten entwickelt haben, der Stadt Borken den Rücken stärken. Ihre Firma fungiert quasi als Platzhalter, sie springen ein, weil der Stadt das Geld für den Verkauf fehlt. Eine solche Hilfe zu leisten, sei Ziel des Unternehmens Shiftphone.

Samuel Waldeck, Shift-Phone

Die Firma aus Wabern-Falkenberg hat das erste deutsche und noch dazu nachhaltige Smartphone entwickelt und sich dem Socialbusiness verschrieben. Das bedeutet, dass es weder an Gewinnen noch Renditen Interesse hat, sagt Carsten Waldeck.

„Wir wollen uns für die Region einsetzen“, beschreibt er das Ziel. Mit dem Angebot will Shiftphone „zusammen mit der Stadt Borken und ihren Einwohnern schauen, was das Beste für die Gegend ist.“

Stadt Borken auf der Suche nach Lösungen

Das will auch die Stadt Borken. Bürgermeister Marcel Pritsch-Rehm hat in der kommenden Woche einen Termin beim Regierungspräsidium um herauszufinden, ob es eine Chance gibt, selbst Geld in die Hand zu nehmen und den See zu erwerben. Die Stadt Borken steht unter der vorläufigen Haushaltsführung, freiwillige Investition sind damit nicht möglich.

Dennoch sei die Stadt auf der Suche nach Lösungen, sagt Pritsch-Rehm. Vielleicht gebe es tatsächlich eine Ausnahmegenehmigung, vielleicht sei ein Kauf über eine städtische Gesellschaft möglich. „Es stehen noch viele Fragezeichen im Raum“, sagt Pritsch-Rehm.

Der Bürgermeister begrüßt das Engagement der Menschen für ihren See. Die Unterschriftenaktion und die Bietergemeinschaft seien klare Zeichen dafür, dass der Singliser See eine echte Herzensangelegenheit sei. Auch der Stadt Borken sei er alles andere als egal: „Wir stehen in der Verantwortung, den Willen der Borkener umzusetzen“, sagte er gestern.

Die emotionale Bindung der Menschen in der Region an den See betont auch Carsten Waldeck. Der Verkauf des Sees habe durch die Medien auch internationale Investoren auf den Plan gerufen: „Wir hoffen, dass wir es als lokale Gemeinschaft deshalb nicht schwerer haben.“ Ihr aber sei vor allem eines wichtig: Region, Anwohnern und Landwirten Gutes zu tun.

Täglich mehr Unterstützer

Die Unterschriften-Aktion von Marinekameradschaft, Surfclub, Café Bistro, Ulli Koch und Heinz-Peter Sattler findet täglich mehr Unterstützer: Bisher seien knapp 500 Unterschriften zusammengekommen, schätzt Sattler. Die Initiatoren fordern mit der Aktion Magistrat, Parlament und Fraktionen auf, zu handeln: Stadtverordnete und Magistrat der Stadt Borken sollen „ihre Möglichkeiten ausschöpfen, um den See zu retten“, sagt Heinz-Peter Sattler. „Es ist höchste Zeit, dass sie jetzt etwas unternehmen.“

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