Hoffen auf Übernahme

VW-Zulieferer Agatec bangt um seine Zukunft

Hofft auf eine Übernahme: Agatec-Geschäftsführer Manfred Möller Sauter will die Insolvenz vermeiden. Foto:  Brandau

Borken. Die Agatec GmbH befindet sich in finanzieller Schieflage: Am Montag soll die Entscheidung fallen, ob der Dienstleister für den VW-Konzern Insolvenz anmelden muss oder aber, ob er von der VW-Tochter Autovision übernommen wird.

Geschäftsführer Manfred Möller-Sauter hofft auf die zweite Lösung: Denn die würde die Arbeitsplätze der 20 Mitarbeiter retten, die bei der Agatec GmbH Abgasanlagen für das Baunataler Werk herstellen, sagt er - seit November allerdings in Kurzarbeit.

Seit seiner Gründung vor acht Jahren galt der Borkener Betrieb als verlängerte Werkbank, also quasi als Teil des VW-Werkes mit ausgelagerter Produktion.

Die freihändige Vergabe von Aufträgen in die Region sei 2007 ein wichtiges Kriterium der damaligen Werksleitung gewesen, sagt Möller-Sauter. Die Aufträge kamen direkt aus Baunatal: Agatec musste nicht an Ausschreibungen teilnehmen und stand damit auch nie in einer direkten Wettbewerbssituation.

Davon habe die soziale Ausrichtung des Unternehmens profitiert, das bei der Einstellung von Schweißern, Maschinenbedienern und Lageristen ältere und behinderte Arbeitnehmer bevorzugte. Jetzt aber haben sich die Bedingungen für die Auftragsvergabe innerhalb des VW-Konzerns verändert, zudem seien schon im Mai zwei wichtige Aufträge ausgelaufen.

Seit Oktober laufen die Verhandlungen um eine Übernahme des Borkener Betriebes durch die VW-Tochter Autovision. Sie könnte das operative Geschäft schnellstmöglich übernehmen, sagt Möller-Sauter. Eine auf Industriegrundstücke spezialisierte Immobilienfirma bewertet zurzeit Grund, Boden und Produktionshalle. Für Manfred Möller-Sauter steht bei allen Überlegungen allerdings eine Forderung im Mittelpunkt: Die Übernahme der 20 Mitarbeiter von Agatec.

Hintergrund

Die Agatec GmbH wurde 2007 vom Verein Forst - und Umweltdienst Schwalm-Eder und dem Arbeitskreis gemeindenahe Gesundheitsversorgung GmbH (AKGG) als regionaler Dienstleister mit sozialer Ausrichtung für VW gegründet. Das Investitionsvolumen betrug damals 2,6 Mio. Euro.

Das Unternehmen galt als verlängerte Werkbank: Die technische Ausstattung stammt vom VW-Konzern, der auch die 20 Agatec-Mitarbeiter schulte, um dem eigenen hohen Qualitätsanspruch gerecht zu werden. Die Agatec-Mitarbeiter verschweißen die von VW gelieferten Vormaterialien zu fertigen Teilen einer Abgasanlage. Der Umsatz beträgt 1,2 Mio Euro.

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.