Jährlich 3000 Einladungen als Redner

Wolfgang Bosbach bei Stadtsparkasse Borken zu Gast 

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Ein Abend voller Informationen: Zum 160. Geburtstag der Stadtsparkasse Borken sprach der Festredner und Politiker Wolfgang Bosbach (Mitte). Von links am Foto im voll besetzten Bürgerhaus sind zu sehen Bürgermeister Marcel Pritsch-Rehm, Landrat Winfried Becker, Wolfgang Bosbach und Mario Jahn und Christoph Ernst vom Sparkassenvorstand.

Es ist eine runde Sache, die die die Stadtsparkasse Borken in diesem Jahr mit ihrem 160. Bestehen zu feiern hat. Zu diesem Anlass kam auch Politiker Wolfgang Bosbach als Festredner.

„Politiker sind nur so lange beliebt, wie sie keine Politik machen“, sagte der CDU-Mann, der sich im Herbst 2017 aus dem politischen Geschäft in Berlin zurückgezogen hat. Und Bosbach ist in der Tat beliebt, denn er kann sich vor Anfragen kaum retten. 3000 Einladungen als Redner erhält er im Jahr, 400 nimmt er an.

Das Borkener Bürgerhaus war für ihn am Freitagabend nach Münster und Bochum die dritte Station an diesem Tag. „Vom Lebensgefühl her bin ich ein Rheinländer, aber ansonsten durch und durch ein Preuße“, sagte Bosbach beim Pressegespräch auf die Frage, wie er ein solches Arbeitspensum denn schaffe.

Das Problem sei nicht die Zahl der Termine, sondern der Weg dorthin. Vier Stunden brauchte er wegen vieler Staus von Bochum nach Borken. Trotzdem war Bosbach vor der Zeit da – ein Preuße eben. Und ein halber Hesse, wie er sagt: Seine Eltern trafen sich 1943 im Zug zwischen Limburg und Wetzlar.

Der Einladung der Stadtsparkasse Borken, mit 39 Mitarbeitern, 129,4 Millionen Euro Kundeneinlagen und einer Bilanzsumme von 178,5 Millionen Euro die kleinste Sparkasse im Land, sei er gerne gefolgt, sagte Bosbach im Gespräch. „Meine Frau und meine Tochter sind beide bei der Kreissparkasse in Köln“.

Bosbach bereut Rückzug aus der Politik nicht

Die Digitalisierung werde sämtliche Bereiche der Volkswirtschaft verändern. Doch er sei überzeugt, dass Institute wie die Stadtsparkasse Borken gerade deshalb nicht um ihre Existenz bangen müssten, da das Bankgeschäft immer eine Sache des persönlichen Vertrauens sei. „Nicht jede Dienststelle bearbeitet alles, aber die Präsenz in der Fläche muss man nicht aufgeben.“

Seinen Rückzug aus der Politik habe er nicht bereut, so der langjährige Innenpolitiker, der Ton in Berlin sei spürbar härter geworden. Der „Stresstest Europa“ war sein Thema, die 400 Gäste im Bürgerhaus waren gespannt. Doch zuvor kamen Christoph Ernst und Mario Jahn vom Vorstand der Stadtsparkasse sowie Bürgermeister Marcel Pritsch-Rehm als Verwaltungsratsvorsitzender zu Wort und die Borkener Bläsern unter Leitung von Bernd Meißner spielten auf. „Erst einmal begrüße ich alle, die noch nicht namentlich begrüßt wurden“, sagte Bosbach zu Beginn und hatte die ersten Lacher auf seiner Seite.

Der 66-Jährige würde auch einen guten Kabarettisten abgeben, das wurde schnell klar. Er sprach exakt eine Stunde lang, fast ohne Punkt und Komma. Die Einigkeit Europas sei gefährdet, die Fliehkräfte würden größer: „Brüssel wäre gut beraten, den Nationalstaaten und Regionen genügend Spielraum zu lassen“, so der CDU-Politiker. Das „ungeheure Ausmaß und Tempo von Veränderungen ist der Stresstest für Europa“, zeigte sich der Innenpolitiker, der dank seiner Freundschaft zu Reiner Calmund übrigens auch zur Jury der Miss Germany gehört, sicher.

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