Klarheit für Bürger

Bürgerinitiative Logistik Edermünde fordert Aufklärung über Gewerbegebiet

Auf der im Hintergrund zu sehenden Fläche am Kreisel Ortseingang Hertingshausen, an der Grifter Straße, würde Lidl gerne eine neue Logistikhalle bauen.
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Auf der im Hintergrund zu sehenden Fläche am Kreisel Ortseingang Hertingshausen, an der Grifter Straße, würde Lidl gerne eine neue Logistikhalle bauen.

Die Bürgerinitiative Logistik Edermünde und die IG Hertingshausen fordern eine Bürgerversammlung zum geplanten Bau eines Lidl-Logistikzentrums und dem Gewerbegebiet in Edermünde an sich.

Edermünde – Sie geben nicht auf, denn sie wollen Klarheit: Die Bürgerinitiative (BI) Logistik Edermünde kämpft gegen den geplanten Bau eines neuen Lidl-Logistikzentrums gegenüber dem bestehenden Gebäude an der Grifter Straße. Die BI hat bereits mehrere Demonstrationen gegen das Bauvorhaben organisiert (HNA berichtete).

Nun fordert sie, dass der Vorsitzende der Gemeindevertretung, in Absprache mit dem Gemeindevorstand, zeitnah eine Bürgerversammlung einberuft, um die Bevölkerung über die Pläne für das neue Lidl-Logistikzentrum sowie über die Ausmaße des gesamten Edermünder Gewerbegebietes zu informieren.

Gewerbegebiet in Edermünde: BI war sich Ausmaßen nicht bewusst

Die IG Hertingshausen, die mit der BI eng zusammenarbeitet, hat sich laut Hartmut Schäfer, Sprecher der BI Logistik Edermünde, vor Kurzem hinsichtlich des Edermünder Gewerbegebietes an die Regionalplanung des Regierungspräsidiums Kassel (RP) gewandt. Grund dafür: Die Gemeinde Edermünde beharre auf eine zwölf Jahre alte Planung, das sei für die IG und die BI nicht nachvollziehbar.

Rund 600 000 Quadratmeter umfasse das Gebiet, das vom Hahn in Holzhausen-Edermünde bis zum Waldrand der Bauna in Hertingshausen (Stadt Baunatal) und vom Hagebaumarkt bis nahe an die Kreuzung der Landesstraße 3316 und Holzhäuser Straße reicht. Das entspricht 84 Fußballfeldern.

„Uns ist dieser Planungshorizont erst im Verlauf der Aktivitäten bewusst geworden. Da auch den Bürgern die tatsächliche Planungsgröße der Gewerbeentwicklung wahrscheinlich nicht bewusst ist, sollte eine Bürgerinformation über die rund 600 000 Quadratmeter Gewerbefläche und die Folgen der Umsetzung eines solchen Gewerbegebietes zeitnah erfolgen“, sagt Schäfer.

„Wir haben inzwischen den Eindruck, dass die Planungsverantwortlichen genau dies nicht wünschen und Öffentlichkeit nach Möglichkeit unterdrückt werden soll.“

BI und IG fordern Bürgerversammlung

Ein Gewerbegebiet dieser Größe müsse den Bürgern erklärt werden, findet Schäfer. „Ab sofort geht es nicht mehr nur um die umstrittene Lidl-Zentrallagerplanung auf einer Fläche von 180 000 Quadratmetern, sondern um alle Planflächen vor den Toren unserer Gemeinden.“

Gewerbegebiet Zwischen Edermünde und Hertingshausen: Antwort RP

Zwischenzeitlich liegt IG und BI eine Antwort des Dezernats Regionalplanung, Bau und Wohnungswesen des Regierungspräsidiums in Kassel vor. Daraus gehe hervor: „Die Planungshistorie der Gewerbegebiete geht auf das Jahr 2009 zurück und sagt, dass die in die Regionalplanung aufgenommenen Entwicklungsgebiete alle Interessen berücksichtigen“, so Schäfer.

Auch die Interessen der Hertingshäuser Bürger seien, so Schäfer, laut der Behörde damals eingebracht worden beziehungsweise es hätten keine Einwände von deren Seite vorgelegen. Alle Gewerbegebiete, zeichnerisch ausgewiesen im Planungsblatt Ost, würden laut RP der Raumordnung entsprechen.

Formal sei laut RP die Gemeinde Edermünde allein planungsberechtigt. Eine interkommunale Planung für das Gebiet Hahn-Bauna und Hagebaumarkt-Holzhäuser Straße werde, so kritisiert die IG Hertingshausen, nicht angestrebt.

BI und IG wollen, dass der Regionalplan geändert wird

IG und BI wollen, dass die Pläne für das Gewerbegebiet im Neuen Regionalplan 2025 geändert werden. Es gebe neue Erkenntnisse bei den Themen Klima und Bodenversiegelung. Eine Planung könne nicht für die Ewigkeit gelten, wenn sie nicht im Bürgerbewusstsein verankert sei.

Aus dem Edermünder Rathaus war trotz mehrfacher HNA-Anfrage keine Stellungnahme zum Thema zu erhalten. Als Grund dafür wurde die Urlaubszeit genannt. (Christina Zapf)

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