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Bundeswehr in Fritzlar: Noch nichts vom Sondervermögen in Sicht

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Von: Daniel Seeger

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Soldaten der Bundeswehr in einem Kampfhubschrauber vom Typ Tiger.
Soldaten der Bundeswehr in einem Kampfhubschrauber vom Typ Tiger. © Peter Zerhau

Noch ist unklar, was vom Sondervermögen in Fritzlar ankommt. Die Heeresflieger warten auf eine dringende Entscheidung.

Fritzlar – 100 Milliarden Euro Sondervermögen hat der Bundestag für die Ausrüstung der Bundeswehr zur Verfügung gestellt, doch bislang kommt davon nichts bei der Truppe an – auch nicht in der Georg-Friedrich-Kaserne in Fritzlar. Das berichtet die Bundeswehr am Standort Fritzlar auf HNA-Anfrage. Vorausgegangen waren Recherchen der Süddeutschen Zeitung, die aufdeckten, dass die Beschaffung von Schutzwesten, Nachtsichtgeräten und Funkgeräten deutlich langsamer vonstattengeht, als von Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) angekündigt.

Beschaffung bei der Bundeswehr nimmt Zeit in Anspruch

Dass die Beschaffung eine gewisse Zeit in Anspruch nehme, sei nicht ungewöhnlich sagt, Oberstleutnant Remo Templin-Dahlenburg. Der Presseoffizier des Kampfhubschrauberregiments 36 verweist auf die Beschaffungsprozesse der Bundeswehr. Wenn neues Material bezogen werden soll, ist dafür das BAAINBw zuständig – das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr im rheinland-pfälzischen Koblenz.

„Es ist nicht so, als hätten beispielsweise die Hersteller von Schutzwesten volle Lager und würden nur auf die Bestellung der Bundeswehr warten“, sagt Templin Dahlenburg. Vieles werde erst nach Auftragseingang produziert. Noch komplizierter werde es bei größeren Projekten. Wenn es beispielsweise darum geht, neue Fahrzeuge oder Hubschrauber zu kaufen, dauere dieser Prozess mehrere Jahre. Für die neuen Schutzwesten peilt das Verteidigungsministerium erste Auslieferungen im vierten Quartal dieses Jahres an.

Sondervermögen für die Bundeswehr

Das von Bundestag und Bundesrat beschlossene Sondervermögen soll dazu dienen, die Bundeswehr adäquat auszurüsten, damit diese ihre Aufgaben erfüllen kann – insbesondere mit Blick auf die Landes- und Bündnisverteidigung. Das Geld steht bereits zur Verfügung und bietet auch für umfassendere Investitionen Spielraum. Kritiker mahnen, dass Geld allein nicht ausreicht, sondern auch Beschaffungsprozesse reformiert werden müssen. 

Bundeswehr in Fritzlar wartet auf Entscheidung für Tiger-Nachfolge

„Was wir in Fritzlar konkret erhalten, kann ich nach derzeitigem Stand noch nicht sagen“, sagt der Presseoffizier. In der Dom- und Kaiserstadt wartet man derzeit besonders gespannt auf eine politische Entscheidung zur Nachfolge der Tiger-Kampfhubschrauber. Verschiedene Experten gehen davon aus, dass diese noch im laufenden Jahr fallen wird (HNA berichtete).

Wie Alexander Müller, Sprecher für Wehrtechnik und Beschaffungswesen der FDP-Bundestagsfraktion, im HNA-Gespräch im Mai betonte, gehe es in Fritzlar insbesondere darum, die Einsatzbereitschaft der Tiger-Kampfhubschrauber zu verbessern. Man wolle künftig nötige Ersatzteile vorbestellen und bevorraten. In der Vergangenheit sei abgewartet worden, bis bestimmte Mengen an Ersatzteilen benötigt wurden. Erst dann habe man die Bestellungen getätigt. (Daniel Seeger)

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