Kolpingsfamilie Fritzlar sammelt

Deswegen sind alte Handys immer noch wertvoll

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Gutes Ergebnis: Jörg-Stefan Schütz (links) und Rudolf Amert mit den gesammelten Handys (Bild für den gesamten Bildausschnitt anklicken)

Rudolf Amert staunte nicht schlecht: 184 nicht mehr genutzte Handys kamen bei der Sammlung der Kolpingsfamilie Fritzlar im April zusammen. Amert, der Vorsitzender der Organisation in der Domstadt ist, freute sich über das gute Ergebnis.

Die Fritzlarer engagierten sich bei der Spendenaktion „Aktion Schutzengel“ des Kolpingwerks Deutschland. „Der Krieg im Kongo hat auch mit uns zu tun“, schreibt Amert. Genauer gesagt, mit den Handys. Denn in den Mobiltelefonen ist Coltan verarbeitet, das unter anderem in den Minen der Demokratischen Republik Kongo abgebaut wird.

Das macht die Coltanminen sehr wertvoll. Im Osten des Kongo kämpfen bewaffnete Milizen um die Vorherrschaft in den oftmals illegalen Minen. Am meisten leiden unter diesen Umständen die Bewohner der Region, so die Kolpingsfamilie. Dörfer werden überfallen und geplündert, die Einwohner getötet und vergewaltigt, heißt es in der Mitteilung.

„Nicht mehr gebrauchte Mobiltelefone spenden und Gutes tun: Damit können wir die Situation der Menschen im Kongo verbessern und einen Beitrag zur Bekämpfung von Fluchtursachen leisten“, so Rudolf Amert beim Auftakt der Sammlung.

Mehrere Annahmestellen in Fritzlar gab es, etwa bei dem Reisecenter Fritzlar, bei Uhren-Reich, in der Malteser Geschäftsstelle und im Dompfarramt. Die gespendeten Telefone werden nun aufbereitet, um die wertvollen Rohstoffe wieder zu nutzen. Präses Jörg-Stefan Schütz kündigte an, dass die Sammelaktion im nächsten Jahr fortgeführt werde.

Der Erlös geht an Missio und das Kolpingwerk Deutschland. Das Kolpingwerk unterstützt mit seinem Anteil die Bewusstseinsbildung für die Bekämpfung von Fluchtursachen; Missio finanziert mit seinem Anteil Hilfsprojekte im Kongo. 

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