Sie übernehmen die Praxis

Diana und Andrej Jurgilewitsch folgen auf Dr. Seidensticker

Sie übernehmen die Praxis von Dr. Seidensticker zum 1. Juli: Das Medizierpaar Diana und Andrej Jurgilewitsch aus Remsfeld sorgt dafür, dass die ärztliche Versorgung in Homberg gesichert bleibt.
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Sie übernehmen die Praxis von Dr. Seidensticker zum 1. Juli: Das Medizierpaar Diana und Andrej Jurgilewitsch aus Remsfeld sorgt dafür, dass die ärztliche Versorgung in Homberg gesichert bleibt.

Es ist eine gute Nachricht: Diana und Andrej Jurgilewitsch übernehmen zum 1. Juli die Praxis von Dr. Frank Seidensticker in Homberg.

Homberg – Die beiden Fachärzte für innere Medizin treten damit die Nachfolge des verstorbenen Hausarztes an. Der 57-Jährige war Anfang März seiner schweren Coronaerkrankung erlegen.

„Es ist uns völlig bewusst, dass wir in große Fußstapfen treten“, sagt Andrej Jurgilewitsch und schaut aufs große Bild an der Wand. Das zeigt Frank Seidensticker beim Bergwandern, das Foto war ein Geschenk seiner Mitarbeiterinnen, hatte einen festen Platz in seinem Sprechzimmer. Und den soll es als Zeichen der Würdigung auch behalten: „Viele Patienten sehen es und fangen sofort an, von ihm zu sprechen“, sagt Andrej Jurgilewitsch (42), der sich im Sprechzimmer seines Vorgängers einrichtet. Seit 2007 hatte der Internist und Kardiologe im Fritzlarer Hospital zum Heiligen Geist gearbeitet, zuletzt als Leitender Oberarzt der Kardiologie.

Dicht dran am Menschen

Diana Jurgilewitsch dagegen ist längst angekommen in der Praxis in der Ziegenhainer Straße. Vor knapp vier Jahren hatte Frank Seidensticker, der dringend Verstärkung suchte, durch Zufall erfahren, dass sich die Medizinerin in Elternzeit befand. Die 40-Jährige war damals, wie ihr Mann, im Fritzlarer Hospital zum Heiligen Geist tätig und fühlte sich „richtig gut aufgehoben“ im Klinikbetrieb. Für sie gab es keinen Grund zu wechseln, schon gar nicht in eine Hausarztpraxis – zumindest bis zum Gespräch mit Seidensticker.

Der zeigte ihr jene Seiten auf, die für ihn den Beruf des Hausarztes zu etwas Besonderem machten: das breit aufgestellte Wissens- und Arbeitsfeld, die Teamarbeit, das enge Verhältnis zu den Patienten.

Diana Jurgilewitsch kam nach diesem Gespräch erst ins Grübeln und dann zu einem Entschluss: Sie stieg im September 2017 ein, lernte Abläufe, Mitarbeiterinnen, Patienten und damit all das kennen, was sie heute an ihrem Beruf so schätzt: „Man kennt mit der Zeit die Menschen, deren Familie und damit oft auch die Zusammenhänge – und hat damit eine ganzheitliche Sicht auf den Menschen“, sagt Diana Jurgilewitsch. „Man ist dicht dran am Menschen.“

„Er hat die Praxis zu dem gemacht, was sie ist“

Denn viele Patienten bringen nicht nur körperliche, sondern auch seelische Probleme mit in die Sprechstunde. „Zuhören ist wichtig – man kann es auch sprechende Medizin nennen.“ Mehr als drei Jahre hat sie mit ihrem damaligen Chef Frank Seidensticker zusammen gearbeitet, viel von ihm gelernt: „Er hat die Praxis zu dem gemacht, was sie ist“, sagt sie nachdrücklich.

Nach Dr. Seidenstickers tragischem Tod im März stand für das Ehepaar fest, dass es die Praxis erhalten, die Verantwortung für die Patienten weiter übernehmen will: „Die hausärztliche Versorgung ist wichtig für die Menschen im ländlichen Raum“, sagt Diana Jurgilewitsch.

Um sie leisten zu können, hat das Remsfelder Paar sein Leben und das seiner Familie neu organisiert: Andrej Jurgilewitsch hat seine Stelle im Fritzlarer Hospital gekündigt, die er doch eigentlich nur für die Dauer von Frank Seidenstickers Erkrankung auf 50 Prozent hatte reduzieren wollen, übernimmt aber weiter Rufbereitschaftsdienste. Diana Jurgilewitsch wagt den Sprung aus dem Angestelltendasein in die Selbstständigkeit.

Die Praxis nimmt neue Fahrt auf

Die beiden Mediziner aus Remsfeld finden sich gerade ins Praxisleben ein, das auch Zeit fürs Familienleben lassen soll: Die Tochter ist zwölf, die beiden Söhne sind zehn und knapp fünf Jahre alt. Es sind zurzeit die Großeltern, die einspringen, die ein Herz, Auge, Ohr und Zeit für die „klasse Kinder“ haben.

Die Praxis nimmt neue Fahrt auf. Diana und Andrej Jurgilewitsch schauen nach vorne – aber auch oft zurück hin zu ihrem Vorgänger, der den Grundstein für die Praxis gelegt hat, die sie übernehmen. Sie sind sich einig: „Wir werden sie im Sinne von Frank Seidensticker weiterführen.“

Von ihm bleibt damit deutlich mehr als sein Foto im Sprechzimmer. (Claudia Brandau)

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