Abholung der Tonne ab 1. Juli

Die Biotonne kommt: Verteilung im Schwalm-Eder-Kreis beginnt im Mai

Biotonnen werden nun auch im Schwalm-Eder-Kreis eingeführt.
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Biotonnen werden nun auch im Schwalm-Eder-Kreis eingeführt.

Umweltverbände fordern es schon seit Langem, aber nicht jeder, der in einer ländlichen Region wie dem Schwalm-Eder-Kreis wohnt und einen eigenen Komposthaufen hat, möchte noch eine weitere Mülltonne vor seiner Tür stehen haben.

Schwalm-Eder - Doch jetzt steht fest: Die Biotonne kommt. Zum 1. Juli beginnt im Schwalm-Eder-Kreis die getrennte Sammlung von Bioabfällen.

Die Verteilung der Tonnen beginnt am Montag. „Für jede Wohneinheit wird eine 120-l-Tonne zur Verfügung gestellt“, teilt der Zweckverband Abfallwirtschaft mit. Damit trage man einer bundesgesetzlichen Verpflichtung nach dem Kreislaufwirtschaftsgesetz Rechnung. Doch muss nicht jeder eine Biotonne nutzen, man kann sich davon auch befreien lassen – etwa, wenn man seinen Bioabfall auf seinem Grundstück vollständig selbst kompostiert und verwertet.

„Im Schwalm-Eder-Kreis befinden sich im Restmüll knapp 50 Prozent biogene Abfälle, was insgesamt einer Menge von knapp 20 000 Tonnen pro Jahr entspricht“, sagt Markus Diehl, Geschäftsführer des Zweckverbandes. Ein Großteil dieser Abfälle soll nun getrennt erfasst und einer hochwertigen Verwertung in Form einer Vergärung mit anschließender Kompostierung zugeführt werden. Denn derzeit würde durch die Verbrennung des Bioabfalls mit dem übrigen Restmüll das energetische Potenzial des Bioabfalls verloren gehen. „Die Biotonne ist flächendeckend verpflichtend, um eine möglichst große Menge Bioabfälle zu erfassen. Hierdurch gewährleisten wir eine hohe Ausbeute an Biogas in der Vergärung und auch in der Kompostierung“, so Diehl weiter.

Da die Biotonne alle zwei Wochen geleert werde und sich die Restmüllmenge entsprechend reduziere, werde der Abfuhrrhythmus bei den Restmülltonnen dann auf drei Wochen verlängert.

Die Gebühren für die Müllentsorgung würden weiterhin stabil bleiben, betont Winfried Becker, Vorsitzender des Zweckverbandes.

Aufgrund der Coronakrise sei es nicht möglich, Informationsveranstaltungen anzubieten. Deshalb habe man eine Hotline geschaltet und umfangreiches Informationsmaterial zusammengestellt. Dieses werde über die Städte und Gemeinden verteilt und auch auf der Internetseite des Zweckverbandes zur Verfügung gestellt.

Die Hotline ist unter der Rufnummer 0 56 83 /  4 42 99 00 erreichbar. Fragen können auch per Mail gesendet werden an: Biotonne.SEK@rmg-gmbh.de. Die Kontaktdaten sowie die wichtigsten Fragen und Antworten einschließlich des auf die Kommunen bezogenen Verteilplanes sind auf der Internetseite zva-sek.de aufgelistet.

Ab Ende Juni soll man dort auch den Antrag auf Befreiung vom Anschluss- und Benutzungszwang der Biotonne finden. Diehl appelliert aber: „Testen Sie die Biotonne doch einfach eine Zeit lang. Auswirkungen auf die Gebührenhöhe sind ja nicht gegeben.“ (Maja Yüce)

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