Weiter große Nachfrage nach Immobilien

Die Preise steigen deutlich

Das Bauland wird knapp, die Häuser werden teuer: Der Immobilienmarktbericht des Amts für Bodenmanagement fürs Jahr 2020 belegt das. Das
+
Das Bauland wird knapp, die Häuser werden teuer: Der Immobilienmarktbericht des Amts für Bodenmanagement fürs Jahr 2020 belegt das.

Schwalm-Eder – Es wird alles teurer: Ob man nun ein Grundstück kaufen und ein Haus bauen will oder auch eine Immobilie kaufen will – die Kosten steigen.

Das ist wohl die wichtigste Botschaft des Immobilienberichts 2020, den das Amt für Bodenmanagement vorlegt. Der richtet sich an alle, die verlässliche Kenntnisse des Geschehens auf dem Immobilienmarkt vor Ort brauchen. Er informiert zur demografischen Entwicklung und zum durchschnittlichen Mietniveau in jedem Ortsteil.

Die Behörde hat alle Grundstücks- und Häuserverkäufe im Landkreis ausgewertet, die im vorigen Jahr über die Schreibtische der Notare im Schwalm-Eder-Kreis gingen. Die Erkenntnis: Die Nachfrage nach Eigentum ist riesig, die Zahl der Angebote dagegen gering. „Das ist tatsächlich auch ein überregionaler Trend“, sagt Uwe Koch, Leiter des Amts, das im Homberger Behördenzentrum angesiedelt ist.

Ackerlandpreise steigen nur leicht

Der einzige Bereich, der finanziell stabil geblieben ist, ist der landwirtschaftliche: Beim Verkauf von Ackerland ist nicht viel passiert: „Die Preise steigen leicht aber nicht gravierend“, sagt Günther Kirchhoff vom Fachbereich Immobilienwertermittlung. Doch in allen anderen Bereichen sieht es anders aus, so wie bei den Bauplätzen: Deren Zahl ist von 903 (2018) auf 948 (2019) auf 1033 in 2020 gestiegen. Auch die Preise kletterten binnen Jahresfrist um neun Prozent.

Noch krasser sieht es für den Verkauf von Neubauwohnungen aus: Lag der Quadratmeterpreis von Neubauwohnungen 2019 noch im Durchschnitt bei 2545 Euro, so betrug er im vorigen Jahr 3039 Euro. „Das ist ein heftiger Anstieg“, sagt Uwe Koch. „Und wir wissen auch nicht, wie diese Entwicklung weitergeht.“ Denn auch bei Wiederverkäufen von Wohnungen zeigt der Pfeil nach oben: Wurden 2019 Eigentumswohnungen noch für 1287 Euro für den Quadratmeter verkauft, so waren es im vorigen Jahr 1441 Euro pro Quadratmeter.

Zahl der verkauften Eigentumswohnungen überschaubar

Dabei ist die Zahl der verkauften Eigentumswohnungen überschaubar im Landkreis: In Schwalmstadt waren es 40, in Niedenstein 24, in Fritzlar 23, in Melsungen und in Homberg jeweils 19. In kleineren Gemeinden sei die Zahl der Eigentumswohnungen nicht verbreitet, so Günther Kirchhoff. Doch das sei vielleicht eine der neuen Aufgaben der Kommunen: die Innenbereiche zu beleben, Leerstände abzubauen, alte Häuser neuen Nutzungen zuzuführen.

Die „Verdichtung im Bestand“, so nennen die Fachleute vom Amt für Bodenmanagement diese neue Aufgabe. Ob nun aber deutlich mehr Mehrfamilienhäuser gebaut werden, ist fraglich, denn im Mittelpunkt des Interesses stehen im Landkreis wohl noch immer ganz klar vorhandene oder noch zu bauende Ein- und Zweifamilienhäuser.

2020 wurden in Borken 26 Gebäude mit dem Durchschnittswert von 205 869 Euro verkauft. In Felsberg waren es 25 Häuser (Durchschnittswert 188 411 Euro), in Schwalmstadt 23 (196 508 Euro im Schnitt), in Wabern zehn Häuser (157 019 Euro). Nur jeweils ein einziges Gebäude wurde 2020 in Schwarzenborn und in Ottrau verkauft (kein Durchschnittswert), kein einziger Kaufvertrag wurde in Gilserberg verzeichnet.

Wie unterschiedlich die Objekte sein können und wie sehr sie von ihrer Lage abhängig sind, zeigt der Vergleich Körle/Jesberg. In beiden Orten wurden 2020 je drei Häuser verkauft. Im dicht an Kassel gelegenen Körle lag der Durchschnittswert dieser drei Objekte bei 397 667 Euro. Im weitaus südlicheren Jesberg bei 126 833 Euro. (Claudia Brandau)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.