Er sucht die passende Bleibe

Dierk-Jens Lange ist erster Wohnungscoach im Landkreis

Hilft Bedürftigen bei der Wohnungssuche: Dierk-Jens Lange ist der erste Wohnungscoach im Landkreis. Das Wohnhilfebüro ist in der Diakonie Schwalm-Eder in Fritzlar untergebracht.
+
Hilft Bedürftigen bei der Wohnungssuche: Dierk-Jens Lange ist der erste Wohnungscoach im Landkreis. Das Wohnhilfebüro ist in der Diakonie Schwalm-Eder in Fritzlar untergebracht.

Fritzlar – Dierk-Jens Lange ist der erste Wohnungscoach im Schwalm-Eder-Kreis. Er hilft den Menschen, die es besonders schwer haben eine geeignete Bleibe zu finden.

Diakonie, Landkreis und Jobcenter richteten erstmals diese Stelle in der Wohnungsnothilfe des Diakonischen Werkes in Fritzlar ein. Angesprochen werden Hartz IV- und Wohngeld-Empfänger oder Asylbewerber, also all die Wohnungssuchenden, deren Miete im Bedarfsfall übernommen wird.

„Der Wohnungsmarkt im Landkreis ist angespannt. Im ländlichen Raum fehlen seit etwa fünf Jahren Wohnungen, das gilt auch für Bedürftige“, sagte der Erste Kreisbeigeordnete Jürgen Kaufmann. Singlewohnungen und Wohnungen für große Familien, die von den Betroffenen benötigt werden, seien besonders rar, gerade in dem mittleren Preissegment.

Diese seien allgemein, aber auch oft bei den Betroffenen stark gefragt. Selbst eine geeignete Wohnung zu finden, sei unter diesen Umständen für Betroffene oft schwierig und daher sei die professionelle Hilfe sinnvoll.

Angemessene Wohnungsgrößen und Mietpreisobergrenzen seien zu berücksichtigen. Das Angebot ist zunächst auf ein Jahr begrenzt, und wird vom Europäischen Sozialfond gefördert, sagte Lars Werner, Leiter des Sozialamtes. Dierk-Jens Lange hat eine ähnliche Stelle bereits acht Jahre beim Landkreis Waldeck-Frankenberg ausgeübt. Seine Hauptaufgabe betrifft nun auch im Schwalm-Eder-Kreis die Vermittlung von Wohnungen.

Aber er sieht sich auch als Verbindungsglied, etwa zu den Einrichtungen der Diakonie. Daher sei die Ansiedlung in der Wohnungsnothilfe in Fritzlar eine bewusste Entscheidung, sagte die Diakonin Petra Schwermann. Dort könnten leicht Kontakte zu den Angeboten der Diakonie wie der Trennungs- und Scheidungsberatung sowie der Schuldner- oder Migrationsberatung vermittelt werden. Dies sei eine gegenseitige Bereicherung.

Denn wer in der Not auf Wohnungssuche sei, habe meist auch andere Probleme. Umgekehrt gelte dies ebenso. Auch für Obdachlose werde dieses Angebot in Frage kommen, um sie wieder einem festen Wohnsitz zuzuführen.

Bei der Bearbeitung auf dem Jobcenter träten viele Probleme im Zusammenhang mit der Wohnungssuche auf, sagte Hans-Gerhard Gatzweiler, Geschäftsführer des Jobcenters. Die Mitarbeiter selbst könnten sich darum nicht kümmern, daher sei die Stelle sehr wichtig. Man habe sie sich lange Zeit gewünscht.

Viele der Anfragen könnten telefonisch erledigt werden, sagte Gatzweiler. Aber es sollen auch feste Sprechzeiten an allen vier Standorten des Jobcenters im Landkreis eingerichtet werden.

Der 54-jährige Betriebswirt Lange baut derzeit eine Datenbank mit freien Wohnungen im Kreis und dem Bedarf auf. Er hält Kontakte zu Wohnungsbaugesellschaften und Vermietern. Freie Wohnungen gleicht er mit den Daten der Wohnungssuchenden ab. In diesem Zug soll ein Netzwerk entstehen. Er begutachtet auch den Zustand der Wohnungen und unterstützt das Jobcenter.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.