Die Dorfgemeinschaft macht’s

Sie trainieren für die Hessischen Meisterschaften: Die Jugendfeuerwehr aus Schellbach war bei den vergangenen Starts erfolgreich und freute sich über zwei zweite Plätze. Betreut wird sie von Jugendfeuerwehrwart Martin Thomas (Zweiter von links). Fotos: Laumann

Schellbach.Einmal Schellbacher, immer Schellbacher. Das trifft auf die meisten der 265 Einwohner des Knüllwälder Ortsteils zu. Dort hilft jeder jedem. Wir haben uns umgeschaut.

„Wer hier groß geworden ist, will nicht mehr weg“, sagt Ortsvorsteher Martin Thomas. Wer nach dem Grund dafür sucht, wird schnell fündig: Es ist die gute Dorfgemeinschaft. „Wenn jemand etwas plant und Hilfe braucht, stehen sofort fünf, sechs Leute auf der Matte“, beschreibt Udo Päckert das Phänomen.

In Schellbach spielt das Vereinsleben eine große Rolle. Es gibt die Feuerwehr, die Burschenschaft und den Heimat- und Trachtenverein. Letzterer stand vor einem Jahr vor dem Aus. „Der Verein war überaltert, viele waren älter als 70“, sagt Ehrenortsvorsteher Helmut Harle. Es fehlte der Nachwuchs, die Mitglieder konnten nicht mehr in der niederhessischen Spitzbetzeltracht auftreten. Doch einfach so den Verein sterben lassen, das wollten die Schellbacher nicht. Sie machten Werbung und die Jugendlichen kamen. 23 Neueintritte gab es seitdem beim Heimat- und Trachtenverein. „Die Alten“ wollen „den Jungen“ Zeit lassen. „Zurzeit gibt es keine Auftritte. Aber wir wollen auch nicht drängen. Sie sollen selbst schauen, was sie draus machen“, betont Otto Hahn.

Die Feuerwehrjugend packt derweil an der Freizeitanlage an. Sie trainiert für ihren nächsten Wettkampf, die Hessischen Meisterschaften in Lorsch (Kreis Bergstraße). Vier Mal sind die Schellbacher schon bei dem Wettbewerb angetreten, zwei Mal gab es einen 2. Platz. „Wir sind ganz gut geworden“, sagt Martin Thomas, der sich als Jugendfeuerwehrwart um den Nachwuchs kümmert.

Ein Gewinn für die Feuerwehr wäre auch ein neues Fahrzeug. Nach 1972 und 1992 könnte es im nächsten Jahr eines geben. Dann aber mit Wasser auf dem Wagen, mehr Platz und mehr PS: „Damit wir nach dem Einsatz auch wieder schnell nach Schellbach zurückkommen“, sagt Marco Wiederhold und lacht.

Von Anke Laumann

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