Bei Marion Schumacher arbeiten Frauen aus Deutschland, Kasachstan und Äthiopien

Drei Kulturen im Salon

Drei Kulturen in einem Salon: von links Irina Schledewitz, Marion Schumacher (Geschäftsführerin), Winta Michael, Nina Gülland, Elena Schledewitz, Bärbel Werner und Anneliesel Wittich. Foto: Müller

Holzhausen. In ihrem Friseursalon in Homberg-Holzhausen beschäftigt Marion Schumacher Mitarbeiterinnen aus Deutschland, Kasachstan und Äthiopien. Jetzt stellten die sieben Frauen ihre Kulturen und Herkunftsländer vor - drei landestypische Gerichte wurden den Kunden zum Probieren angeboten.

Vor 66 Jahren gründete Marion Schumachers Vater den Salon, seit etwa zwei Jahren arbeitet sie mit dem Team zusammen, dass aus so vielen Kulturen besteht. Nur mit Deutschen zusammen zu arbeiten, kann sich die 60-Jährige heute nicht mehr vorstellen: „Wir lernen so viel voneinander. Ich bin anderen gegenüber viel offener geworden“, sagt sie.

Voneinander lernen

So bringe Winta, ihre äthiopische Auszubildende, ihr bei, viel gelassener zu sein. Ihre Mitarbeiterinnen aus Kasachstan nehmen das Leben, wie es eben kommt. „Irina und Elena sind sehr unkompliziert“, sagt Schumacher.

Durch Winta könne sie im Salon nun Rastafrisuren anbieten. „Das Angebot haben wir vorher nicht gehabt. Das bereichert das ganze Team“, sagt die Friseurin.

Weil die Arbeit mit den unterschiedlichen Kulturen so gut klappt, kam sie auf die Idee, ihren Kunden zu zeigen, wo die Friseurinnen, die bei ihr arbeiten, überhaupt herkommen.

Die Frauen bastelten Plakate, malten Bilder und stellten Dekorationsartikel im Friseursalon auf, die typisch für die drei Länder sind. „Wir wollten aber auch die Esskultur der Länder ins Geschäft transportieren.“ Deshalb trafen sich die Frauen und kochten in kleinen Gruppen typische Gerichte. So entstanden drei Gänge - jeder aus einem anderen Land -, die den Kunden zwischen den einzelnen Arbeitsgängen serviert wurden: Zur Vorspeise Borschtsch, eine russische Suppe mit Sauerkraut und Gemüse, zum Hauptgang das äthiopische Gericht Enjera mit Doro Wot. Das besteht aus einer Art Pfannkuchen und ist mit verschiedenen Fleischsoßen gefüllt. Zum Abschluss hatten die Frauen Schokopudding gekocht.

Von dem Geld, das die Friseurinnen an ihrem etwas anderen Arbeitstag einnehmen, wollen sie Weihnachtsgeschenke für Flüchtlingskinder kaufen. „Vielleicht können wir den Kindern damit zu Weihnachten eine Freude machen.“

Von Chantal Müller

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