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Äpfel sammeln für den guten Zweck

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Von: Sascha Hoffmann

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Reife Leistung: Uli und Anne Zanelli (von links), Raphael Felkl, Sonja Eisenacher, Oliver Steyer, Tristan Brede sowie Tilda und Titus Brede haben Äpfel gepflückt. Den daraus gepressten Saft will der Edermünder Ortsverband des Bunds für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) an die Fritzlarer Tafel spenden.
Reife Leistung: Uli und Anne Zanelli (von links), Raphael Felkl, Sonja Eisenacher, Oliver Steyer, Tristan Brede sowie Tilda und Titus Brede haben Äpfel gepflückt. Den daraus gepressten Saft will der Edermünder Ortsverband des Bunds für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) an die Fritzlarer Tafel spenden. © Sascha Hoffmann

Mitglieder des Edermünder Ortsverbands Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) haben Äpfel gesammelt. Den daraus gepressten Saft wollen sie an die Fritzlarer Tafel spenden.

Haldorf – Mäh, bäh, möh. Die Schafe unterhalb von Haldorf blöken sich ganz aufgeregt durchs Wochenende. Ungewohnt viel Gesellschaft haben die putzigen Wollknäuel, die fleißig daran arbeiten, das Gras niedrig zu halten.

Nebenbei können sie dabei zusehen, wie ihnen die Mitglieder der BUND-Ortsgruppe Edermünde die süß-säuerlichen Leckereien vor der Nase wegschnappen. Ein Apfel nach dem anderen verschwindet im Eimer, um wenig später in einen der vielen Säcke am Sammelpunkt umgeschüttet zu werden.

Apfelsaft für Tafel in Fritzlar

„Wir haben schon ganz schön was zusammenbekommen“, sagt Oliver Steyer und deutet auf den riesigen Berg Früchte, die auf der seit vielen Jahren von den Naturschützern gepachteten Streuobstwiese auf den Abtransport in Richtung Dorla warten. Dort sollen sie, finanziert durch den BUND-Kreisverband Schwalm-Eder, in der Safteria zu leckerem Saft verarbeitet werden. Dieser soll an die Fritzlarer Tafel gespendet zu werden.

„Es gibt so viele Äpfel auf den Bäumen, da haben wir uns gedacht, nutzen wir sie, um in der aktuellen Situation anderen zu helfen“, so Steyer. Einer seiner Favoriten ist der Gravensteiner, ein Sommerapfel, der einst weltweit verbreitet war, dessen kommerzielle Bedeutung in den vergangenen Jahrzehnten allerdings stark nachgelassen hat und der heute vor allem als Liebhabersorte verbreitet ist.

Die Apfelsorten Gravensteiner, Boskoop, Heuchelheimer Schneeapfel und viele mehr haben Uli Zanelli und Sonja Eisenacher zusammen mit ihren Edermünder BUND-Kollegen gesammelt.
Die Apfelsorten Gravensteiner, Boskoop, Heuchelheimer Schneeapfel und viele mehr haben Uli Zanelli und Sonja Eisenacher zusammen mit ihren Edermünder BUND-Kollegen gesammelt. © Hoffmann, Sascha

„Wie er haben in diesem Jahr viele Sorten eine ausgereifte Süße, das kommt durch die viele Sonne, die uns der Sommer beschert hat“, sagt BUND-Kollege Tristan Brede und kann kaum glauben, wie viele Äpfel trotz der langen Trockenheit an den Bäumen hängen. „Auch der Saftgehalt ist enorm, es ist überhaupt keine Minderung zu spüren, wir haben eine Saftausbeute von ungefähr zwei Drittel, das ist wirklich erstaunlich“, sagt er.

Alte Apfelsorten wachsen auf Streuobstwiese

Für Apfelfans ist die Haldorfer Streuobstwiese ein wahres Paradies. „Die Bäume, die wir hier haben, sind sehr alt, teilweise zwischen 60 und 80 Jahre“, sagt Brede und gibt zu: „Alle Sorten kennen wir nicht.“ Das sei aber auch nicht so wichtig, denn: „Wir ernten, was uns schmeckt.“ Tatsächlich gebe es einige Sorten, die mit ihrem Aroma nicht wirklich punkten können. „Im Saft fällt das nicht auf“, so Brede, der am Ende des Tages nicht nur vom Geschmack des Saftergebnisses begeistert ist, sondern auch von der Menge, über die sich nun die Klienten der Fritzlarer Tafel freuen dürfen.

Statt auf der Wiese zu vergammeln, sind aus den gesammelten Äpfeln rund 1000 Liter Saft geworden. Trotzdem sind noch viele knackige Früchte für die Schafe übriggeblieben, was das aufgeregte Blöken am Abend unterhalb von Haldorf erklären dürfte. Mäh, bäh, möh. (Sascha Hoffmann)

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