Aufstieg ungewiss

Besse feierte Titel und wägt Risiken der Oberliga-Rückkehr ab

+
Das alles überragende Team der Tischtennis-Hessenliga: Meister TSV Besse mit (von links) Dirk Mayer, Sebastian Pfaff, Petr Wasik, Mateusz Kaszuba und Peter Beck. Es fehlen die ebenfalls am Titel beteiligten Stas Blumhardt, Petr Mottl, Moritz Beinhauer und Daniel Lysik.

Edermünde. Fast exakt ein Jahr nach ihrem Abstieg aus der Oberliga feierte der TSV Besse mit dem 9:3-Sieg über den TTC Höchst/Nidder II die Hessenliga-Meisterschaft.

Nicht überschwänglich, „weil wenig überraschend“ (Kapitän Pfaff), aber mit berechtigtem Stolz. Denn das erfahrene TSV-Sextett gewann in diesem Zeitraum sämtliche Spiele.

„Das ist schon eine unglaubliche Leistung“, strahlte „Anführer“ Petr Wasik, der in der Rückrunde unbesiegt blieb. Auch Besses unermüdlicher Kämpfer Peter Beck über die bisher makellose Saison: „Wir haben stärker agiert, als wir das selbst von uns erwartet hatten.“

Der trotzdem etwas gedämpfte Meisterschafts-Jubel könnte auch darin begründet sein, ob die Edermünder ihr Aufstiegsrecht wahrnehmen und in die Oberliga zurückkehren. Ein Fall für Manfred Pfaff - un der hält sich noch bedeckt. „Es gibt definitiv noch keine Entscheidung“, sagt der Teamchef, „aber wir haben noch Zeit bis Ende Mai, werden uns aber wahrscheinlich Anfang des nächsten Monats festlegen.“

Vorrang haben zunächst die Gespräche mit potentiellen Sponsoren, um den höheren Oberliga-Etat zu decken. Und die Suche nach Verstärkungen, um in der höheren Liga bestehen zu können. Was sich im nordhessischen Raum sehr schwierig gestaltet. „Es gibt nur wenige junge Spieler, die in Frage kommen“, sagt Peter Beck, der in seiner langen Karriere schon an die 20 Aufstiege feierte. Der 54-Jährige weiß um das höhere Niveau in der Oberliga und „dass wir dort mit der aktuellen Besetzung nicht mit halten könnten.“ Also müsste evtl. ein weiterer Ausländer fürs vordere Paarkreuz verpflichtet werden.

Andererseits wäre eine weitere Hessenliga-Saison in gleicher Formation für die Nummer fünf des TSV keine sportliche Herausforderung. Und wenig motivierend für Akteure und Zuschauer. Denkbar wäre, bei diesem Szenario nur noch mit einem ausländischen Spitzenmann zu agieren, was die (bittere) Trennung von Petr Wasik oder Mateusz Kaszuba zur Folge hätte. Aber auch die Chancen für Talente aus den eigenen Reihen erhöhen würde, den Sprung in die erste Mannschaft zu schaffen, der durch die Abmeldung der „Reserve“ in der Verbandsliga eher schwerer geworden ist.

Ein nicht zu vernachlässigender Faktor bei den aktuellen Planspielen ist die Gefahr des sofortigen Wiederabstiegs aus der höchsten hessischen Spielklasse. Inklusive ein kaum kompensierbarer personeller Aderlass. Was damit wohl die riskantere Variante für den Traditionsverein sein könnte. Foto: Kasiewicz

Von Reinhold Döring

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.