Täter sind spezialisiert auf teure Autos 

Bande mutmaßlich professioneller Autodiebe festgenommen 

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Edermünde. Fünf Männer aus Polen haben am Donnerstag drei VW-Busse im Wert von 150.00 Euro in Besse gestohlen. Die Region ist für Diebesbanden besonders interessant, sagt die Polizei.

Die Polizei hat in der Nacht zu Donnerstag eine Bande mutmaßlich professioneller Autodiebe festgenommen. Die aus Polen stammenden Männer hatten in Besse drei Fahrzeuge der Marke VW T5 gestohlen, berichtet die Polizei. Sie schätzt den Wert der drei Autos auf 150.000 Euro. 

Die vier Männer im Alter von 26 bis 36 Jahren gingen der Polizei nach einer teils deutschlandweiten Großfahndung an verschiedenen Orten ins Netz. Zuvor soll es Hinweise auf das „nächtliche Treiben verdächtiger Personen“, möglicherweise Autodiebe, in Besse gegeben haben.

Zwei der gestohlenen Busse wurden laut Polizei vermutlich auf dem Weg ins Ausland, auf Autobahnen in Nordhessen und Südniedersachsen gestoppt, die Fahrer wurden festgenommen.

Nach einem dritten Wagen wurde bundesweit gefahndet. Beamte konnten das Fahrzeug am Donnerstagmittag an der deutsch-polnischen Grenze stoppen und einen Tatverdächtigen festnehmen. Zwei weitere Männer waren in einem polnischen Auto unterwegs und wurden noch in Edermünde festgenommen.

Die Ermittlungen der Kripo stehen noch am Anfang. Nach ersten Erkenntnissen sollen die Täter die Wagen mit einem speziellen Werkzeug aufgebrochen und das Zündschloss manipuliert haben. Vier der fünf Verdächtigen befinden sich in Kassel in Polizeigewahrsam. 

Dank Hinweisen aus der Bevölkerung konnte die Polizei in einer Großfahndung alle mutmaßlichen Autodiebe noch am Donnerstag in Besse, an Autobahnen und an der deutsch-polnischen Grenze festnehmen. Einer der drei VW-Busse wurde in der Franz-Liszt-Straße in Besse gestohlen. Eine Polizeistreife stoppte den Wagen samt 30-jährigen Fahrer in der Nacht zu Donnerstag auf der A 49, zwischen den Anschlussstellen Baunatal-Nord und Kassel-Niederzwehren. 

Der zweite in der Großenritter Straße gestohlene Wagen ging einer Streife auf der Autobahn in Südniedersachsen ins Netz. Ein 26-jähriger Fahrer wurde festgenommen. Den dritten Wagen konnte die Polizei gegen Donnerstagmittag an der deutsch-polnischen Grenze anhalten und einen Verdächtigen festnehmen. 

Außerdem wurden zwei weitere Verdächtige im Alter von 34 und 36 Jahren, die in einem polnischen Wagen in Edermünde unterwegs waren, vor Ort festgenommen. 

Autos werden meistens schnell nach Osteuropa gebracht

Für VW-Busse, Wohnmobile und hochklassige Autos scheint es einen Markt zu geben – auch im Schwalm-Eder-Kreis. „Die Täter spezialisieren sich auf teure Autos“, sagt Matthias Mänz, Pressesprecher im Polizeipräsidium Nordhessen.

Erkenntnisse der Beamten würden zeigen, dass die Fahrzeuge schnell ins Ausland, besonders nach Osteuropa, gebracht würden. „Häufig werden die Fahrzeuge zerlegt und weiterverkauft“, berichtet Mänz. Die Zeit sei dabei der wichtigste Faktor für die Diebe. Sobald ein Diebstahl entdeckt wurde, wird gefahndet, sagt der Polizeisprecher. „Die Diebe müssen schnell über die Grenze.“ Sonst sei die Chance, gestoppt zu werden, sehr hoch. Aus diesem Grund sei auch die Region für Banden interessant.

Nordhessen liege zentral in Deutschland, habe viele Anschlüsse zur Autobahn. „Das macht es besonders attraktiv“, sagt Mänz. Und fügt hinzu: „Wir sind aber keine Hochburg für Autodiebe.“ Denn die Autodiebstähle seien eher rückläufig. 

Im ganzen Polizeipräsidium Nordhessen habe es im vergangenen Jahr 159 Autodiebstähle gegeben. 2016 waren es noch 183, im Jahr 2013 sogar 245, sagt Mänz.

Erfolg dank Zusammenarbeit mit polnischer Polizei

 Als Grund für den Fahndungserfolg nennt der Polizeisprecher die gute Zusammenarbeit mit den Ermittlungsbehörden im Ausland, speziell in Polen. Der Austausch unter den Beamten sei deutlich verbessert worden. Deshalb sei die Chance sein gestohlenes Auto aus dem Ausland zurückzubekommen heute höher als noch vor ein paar Jahren. Die Besitzer der VW T6 in Besse jedenfalls könnten darauf hoffen, ihre Fahrzeuge zurückzubekommen, sobald die Spurensicherung abgeschlossen ist, berichtet Mänz.

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