Baum stand etwa 100 Jahre lang

Tod eines Zwillings: Eine der Doppel-Eichen am Bilstein bei Besse ist abgestorben

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Nur noch die kahlen Äste der rechten Zwillingseiche recken sich in den Himmel (links): Der Baum, eines der Lieblingsmotive des Naturfotografen Manfred Delpho, ist abgestorben. Noch im vergangenen Herbst trugen beide Eichen das Laub, wenn auch unterschiedlich gefärbt (unten). 

Besse. Eine der beiden Eichen, die seit etwa 100 Jahren quasi als Zwillinge auf dem Osthang des Bilsteins oberhalb von Edermünde-Besse stehen, ist abgestorben. Über die Gründe dafür kann man nur spekulieren – vielleicht die Dürre im Sommer?

Die Bäume gehören zu den Lieblingsmotiven des Obervorschützer Naturfotografen Manfred Delpho, der den Tod der einen Zwillings-Eiche jetzt dokumentiert hat. Entdeckt habe er die dicht nebeneinanderstehenden Bäume in einem Herbst vor vielen Jahren, schreibt Delpho. „Seltsam: Der eine Baum war bunt gefärbt, der andere trug noch sein sommerlich grünes Laub“, stellte er damals fest. Die zwei ungleichen Zwillinge hätten ihn auf die Idee gebracht, die Spuren der Jahreszeiten mit einer Bildserie zu dokumentieren.

Aus dem Vorsatz sei eine Lovestory mit unzähligen Kapiteln geworden, die nun zu Ende erzählt sei, weil eine der beiden Eichen vorzeitig ihr Endalter erreicht habe.

Nur noch die kahlen Äste der rechten Zwillingseiche recken sich in den Himmel (links): Der Baum, eines der Lieblingsmotive des Naturfotografen Manfred Delpho, ist abgestorben. Noch im vergangenen Herbst trugen beide Eichen das Laub, wenn auch unterschiedlich gefärbt (unten).

„Oft war ich bei den alten Bäumen, um sie bei unterschiedlicher Beleuchtung, wechselndem Wetter, brütender Hitze und glitzerndem Raureif zu fotografieren“, beschreibt der Naturfotograf seine besondere Beziehung.

Frühere Aufnahmen hätten ihm geholfen, die Kamera am richtigen Ort zu platzieren und den identischen Bildausschnitt zu wählen. In neun von zehn Fällen sei er wieder unverrichteter Dinge umgekehrt, weil das Licht oder etwas anderes nicht stimmte, berichtet Delpho.

Das habe seine Geduld manchmal auf eine harte Probe gestellt, aber mit Ungeduld komme man in der Naturfotografie ohnehin nicht besonders weit. Für den passionierten Fotografen blieb die Wandelbarkeit der Eichen auch nach Hunderten von Aufnahmen eine Herausforderung. Jetzt musste er sich von einer verabschieden. 

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