60 Besucher waren da

Denkmalschutz als Lichtblick: Emotionaler Info-Abend zu Erhalt der Besser Kirche

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Nun prüft der Denkmalschutz das Gebäude: Die Initiatoren der Bürgerversammlung wollen die Katholische Kirche in Besse vor dem Verkauf retten. 

„Eigentlich wollten wir aufgeben. Aber jetzt warten wir noch ab“, kündigte Regina Kiy am Dienstagabend dem Publikum an.

60 Besucher aus Besse, Haldorf und Gudensberg hörten ihr im Besser Dorfgemeinschaftshaus zu. Nur wenige Momente vor dem Beginn des Info-Abends zum Erhalt der Katholischen Kirche habe ihr Telefon geklingelt, sagte Kiy. In der Leitung war eine Mitarbeiterin der Denkmalpflege.

Dieser Kontakt ist Kiy zufolge die letzte Hoffnung. Denn die Mitarbeiterin werde in den kommenden Wochen prüfen, ob die Besser Kirche denkmalschutzwürdig sei. In dem Fall gebe es ein neues Argument für den Erhalt des Gebäudes. Außerdem könnten eventuell Fördermittel beantragt werden.

Regina Kiy, Regina Raacke und Bernd Henschel, Initiatoren des Infoabends, hatten von einem Unterstützer den Tipp bekommen, dass nicht nur historische Gebäude denkmalschutzwürdig sind. Denn das Besondere an der Kirche ist ihre einende Geschichte: Als sie 1957 erbaut wurde, halfen Vertriebene und evangelische Dorfbewohner gleichermaßen mit.

Diese Vergangenheit sei der Grund, warum fast 600 Unterschriften für den Erhalt der Kirche gesammelt werden konnten, sagt Henschel. Dazu gebe es bisher allerdings keine Reaktion seitens des Pfarrers und des Bistums.

Ein emotionaler Abend: Höhere Kosten in der Kritik

Die Diskussionen am Dienstagabend hat Henschel als hitzig wahrgenommen: „Es war sehr emotionsgeladen.“ Irritiert habe es, dass der anwesende Pfarrer Simon Graef keine Stellung beziehen wollte. Kiy ergänzt: „Den Leuten wurde vor Augen geführt, wie verfahren die Situation ist.“

Die Kosten für die Sanierung der geschlossenen Kirche wurden zunächst auf 60 000 Euro geschätzt. Das sollte über Eigenleistungen seitens der Dorfbewohner und Spenden finanziert werden. Plötzlich habe sowohl die Kirche als auch ein externer Architekt die Kosten auf 200 000 Euro geschätzt. „Dieser Betrag ist für uns nicht mehr zu stemmen“, bedauert Henschel. Ein Förderverein wurde daher nicht gegründet.

Pfarrer Graef: „Es ist noch nichts entschieden.“

Ein wenig mehr Geduld würde sich hingegen Pfarrer Simon Graef wünschen. „Keiner macht gerne eine Kirche zu“, gibt er zu bedenken. Zwar müsse überlegt werden, ob die Kirche in Besse und jene in Gudensberg angesichts sinkender Mitgliederzahlen langfristig mit Leben gefüllt werden könnte. Der Verbleib der Besser Kirche ist jedoch weiter in der Schwebe: „Es ist noch nichts entschieden.“

Die Summe von 200 000 Euro an Renovierungskosten hat er nicht ins Spiel gebracht, sagt Graef. „Wir können das noch gar nicht vollständig abschätzen.“ Aktuell warte er auf die Antwort eines Statikers.

Erwartet im kommenden Sommer Neuigkeiten

Außerdem bräuchten sowohl der Fuldaer Bischof Michael Gerber als auch der Diözesanbaumeister noch Zeit für die Einarbeitung. Beide sind noch relativ neu in ihrem Amt. Voraussichtlich im kommenden Sommer will Gerber verkünden, wie es in der Diozöse weitergehe. „Dabei wird sich hoffentlich auch etwas für Besse ergeben“, so Graef.

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