Unterbringung von Flüchtlingen: „Bloß nicht die Bilsteinhalle“

Edermünde. Das Problem der Unterbringung von Flüchtlingen bewegt sich jetzt auch auf Edermünde zu. Bisher habe der Kreis für seine Kommunen gehandelt und Unterkünfte besorgt, aber „die Kapazitäten gehen zur Neige", sagte Edermündes Bürgermeister Thomas Petrich am Montag.

Petrich bestätigte, dass es bisher im Landkreis eine ungleiche Verteilung der Flüchtlinge gebe. Doch das heiße nicht, dass sich Edermünde (zurzeit: drei Flüchtlinge) nicht bemühen würde um mögliche Wohngelegenheiten.

„Wir suchen seit über einem Jahr“, sagte er, doch es gebe in den vier Ortsteilen keine passenden Angebote, keine Leerstände. Im Speckgürtel von Kassel sei das Interesse an Häusern groß.

Doch sei das bisherige Verfahren am Ende, konstatierte der Bürgermeister. „Deshalb wird es Zuweisungen geben an alle Gemeinden“, sagte er. Wenn sich die Verteilung an der Einwohnerzahl orientiert, dann wird Edermünde 75 Flüchtlinge aufnehmen müssen.

Das bedeutet laut Petrich: Selbst wenn alle möglichen, bisher bekannten Provisorien genutzt werden, könne man maximal 20 Personen unterbringen. Der anderen Chattengau-Kommune Gudensberg gehe es nicht anders. Petrich kündigte an, dass beide Gemeinden in ihrem neuesten Gemeindeblatt in dieser Woche dazu aufrufen werden, privaten Wohnraum zur Verfügung zu stellen.

Auch nach möglichen Stellplätzen für Wohncontainer wird gesucht. „Jeder sollte überlegen, wo es Möglichkeiten gibt“, betonte der Bürgermeister.

Denn für Edermünde hieße es im schlimmsten Fall: Wenn zwei Busse voller Flüchtlinge ankommen und winterfeste Unterkünfte nötig werden, dann wäre in Edermünde nur ein Gebäude dafür nutzbar: die Bilsteinhalle.

Dort gibt es neben ausreichend Platz auch die notwendigen sanitären Anlagen, Duschen, etc. Man wolle alles tun, um das zu vermeiden, sagte Petrich.

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