Bürger lauschen Argumenten online

Schnellcheck: Edermünder Gemeindevertreter diskutieren im Netz über Lidl-Neubau

An diesem Kreisel bei Hertingshausen will Lid auf Edermünder Gemarkung eine neue, riesige Logistikhalle bauen. Archiv
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An diesem Kreisel bei Hertingshausen will Lid auf Edermünder Gemarkung eine neue, riesige Logistikhalle bauen. Archiv

Die Bürgerinitiative Logistik Edermünde hat die örtlichen Gemeindevertreter zu einer Online-Podiumsdiskussion zum geplanten neuen Lidl-Logistikzentrum eingeladen. Unsere Eindrücke im Schnellcheck.

Wir haben die knapp 1,5 Stunden dauernde Diskussion zum geplanten neuen Lidl-Logistikzentrum mitverfolgt. Ermöglicht hat die coronakonforme Veranstaltung das Programm „Zoom“, eine Software für Videokonferenzen. Edermünde –

Diskussion um Lidl-Logistikzentrum in Edermünde: Wer war dabei?

Als Vertreter der Bürgerinitiative Logistik Edermünde war Hartmut Schäfer aus Grifte an Bord. Moderiert wurde die Veranstaltung von Klaus Krimmel, dem ehemaligen Leiter des HR-Studio Kassel. Von den eingeladenen Edermünder Gemeindevertretern nahmen Oliver Steyer (Bündnis 90/Die Grünen), Uwe Bauch (FWG) und Mark Valentin (parteilos) an der Video-Konferenz teil. Die Fraktionen von SPD und CDU hatten laut Schäfer die Einladung abgelehnt.

Sich ebenfalls eingewählt hatte Günther Schumann von der Edermünder Interessengemeinschaft Lärmschutz A 49. Bis zu 67 Personen nahmen gleichzeitig an der Online-Podiumsdiskussion teil. Darunter viele Bürger aus Grifte und Holzhausen am Hahn – den beiden Edermünder Ortsteilen, die am stärksten von einem mit der neuen Halle einhergehenden erhöhten Verkehrsaufkommen betroffen wären.

Diskussion um Lidl-Logistikzentrum in Edermünde: Wie lief die Video-Konferenz ab?

Die Bürger konnten den Austausch der geladenen Gäste live mitverfolgen und parallel im Chat eigene Fragen und Argumente vorbringen, die Hartmut Schäfer sammelte und immer wieder in die Diskussion einwarf.

Diskussion um Lidl-Logistikzentrum in Edermünde: Wie war die Stimmung?

Die Diskussion bewegte sich auf sachlicher Ebene. Bauch (FWG), Steyer (Grüne) , Valentin (parteilos) und Schumann (IG) sprachen sich gegen den Bau des Lidl-Logistikzentrums aus. Um den Austausch zu lenken, nahm Moderator Krimmel hin und wieder die Position eines Befürworters ein. Steyer ist gegen das Projekt, weil 180 000 Quadratmeter hochwertiger Ackerboden versiegelt würden, die für die Nahrungsmittelproduktion genutzt werden sollten.

Er fordert ein langfristiges Konzept, wie mit ansiedlungswilligen Logistikern umzugehen ist. Laut Valentin benötigen Logistiker viel Platz, würden im Verhältnis dazu aber nur wenige Arbeitsplätze schaffen und für mehr Verkehrsaufkommen sorgen. Viele Edermünder Bürger hätten sich gerade aufgrund der ländlichen Lage für Edermünde entschieden, so Steyer. Lärm durch Lkw beeinträchtige die Lebensqualität.

Schumann machte darauf aufmerksam, dass das neue Logistikzentrum das Lärm-Problem in Edermünde zusätzlich zum Ausbau der Autobahn verstärken würde. Außerdem reichen laut Valentin die in Aussicht gestellten Gewerbesteuereinnahmen alleine nicht aus, um die Argumente dagegen zu entkräften. Bauch würde die gute Ackerfläche ebenfalls lieber landwirtschaftlich nutzen, anstatt darauf eine weithin sichtbare Halle zu errichten. Er sieht außerdem die Gefahr, dass sie einer künftigen Ortsumgehung von Grifte im Weg steht. Für einen Bürgerentscheid zum Bau des Logistikzentrums sprachen sich Steyer und Bauch aus.

Lohnt es sich, die aufgezeichnete Diskussion anzuschauen?

Wer sich für das Thema interessiert, kann sich einen Überblick – vor allem über Argumente dagegen – verschaffen.

Video: bi-logistik-edermuende.de

Von Christina Zapf

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