Mit Verstand zum Vorstand

Chattengau-Kommunen wollen Vereinen stärker unter die Arme greifen

Sie alle ziehen an einem Strang: Die Chattengau-Gemeinden wollen die Arbeit von Vereinen unterstützen. Auf dem Foto von rechts Frank Börner (Gudensberg), Werner Lange (Niedenstein) und Thomas Petrich (Edermünde), dahinter Rainer Kilian und Karin Hübler (Karnevalsgemeinschaft Holzhausen), Lisa Völske (Stadt Gudensberg), Susanne Blaschek (Gemeinde Edermünde), Christina Georg (Stadt Niedenstein), Jochen Hamacher (Ehrenamtsbörse Gudensberg), Marcel Klitsch (Honorarkraft) sowie Kerstin Reinhold und Joachim Kuhn (Volkstanzgruppe Besse). Foto: Zerhau

Edermünde. Den Ehrenamtlichen in den Vereinen den Rücken stärken: Das wollen die drei Chattengau-Kommunen Niedenstein, Edermünde und Gudensberg vermehrt tun.

Sie machen mit beim hessischen Förderprogramm „Engagement braucht Leadership“, mit dem besonders die Arbeit von Vereinsvorständen unterstützt werden soll.

Wie das aussehen könnte, erörterten die drei Bürgermeister Frank Börner (Gudensberg), Werner Lange (Niedenstein) und Thomas Petrich (Edermünde) jetzt mit Vertretern von Vereinen aus ihren Gemeinden. Das Ehrenamt sei ein wichtiger Bestandteil in jeder Kommune, betonte Petrich. Mit Hilfe des Projektes wolle man sehen, wie ein Rathaus mit seiner Verwaltung an der richtigen Stelle Unterstützung leisten könne.

Frank Börner ergänzte, dass es ganz wichtig sei, alle Vereine am Leben zu halten und den Vereinsnachwuchs zu sichern. Dazu müsse man einen Weg finden, Führungskräfte und Vorstände zu motivieren.

Alle drei Kommunen würden bereits heute gut zusammenarbeiten, durch das hessische Projekt erwarte man eine weitere Verbesserung. Auch Werner Lange war der Meinung, dass die Vereine in jeder Kommune wichtig seien, nicht zuletzt als Kulturträger.

Ein alter Hase im Vereinsleben ist Rainer Kilian von der Karnevalsgemeinschaft Holzhausen/Hahn. Seit über 50 Jahren ist er in diversen Vereinen aktives Mitglied, auch in führender Funktion. Er betonte, dass jeder Verein viele Indianer brauche, aber auch Häuptlinge, die voran marschieren und die Richtung vorgeben.

Jüngere gewinnen 

Im Rahmen des Projekts „Engagement braucht Leadership“ gehe es zunächst darum, die vorhandenen Vorstände zu stärken, sagte Projektleiterin Lisa Völske. Wichtig sei es zudem, jüngere Leute für die leitende Vereinsarbeit zu gewinnen. Aber es sei auch entscheidend, sich um den Nachwuchs allgemein zu kümmern, da in den allermeisten Vereinen ein sehr hoher Altersdurchschnitt vorhanden sei.

Wie die Landes-Ehrenamtsagentur Hessen mitteilte, ist die Gewinnung und Bindung von Vereinsvorständen in vielen der rund 600 000 Vereine in Deutschland ein großes Problem. Mit dem Förderprogramm sollen nun geeignete Ideen zur Stärkung und Gewinnung der Vereinsvorstände entwickelt und umgesetzt werden.

Ziel ist es, an den ausgewählten Standorten Teams aus Vereinsvertretern, Kommunen und ehrenamtsfördernden Einrichtungen aufzubauen. Das Projekt geht vom 1. Oktober 2014 bis zum 31. September 2016. Die Chattengau-Gemeinden sind einer von zwölf Standorten in Hessen.

Das zweijährige Förderprogramm wird koordiniert von der Landesarbeitsgemeinschaft Freiwilligenagenturen in Hessen und der Landes-Ehrenamtsagentur Hessen.

Von Peter Zerhau

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.