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Aus für geplante neue Lidl-Logistikhalle in Edermünde?

Das neue Lidl-Logistikzentrum, 355 Meter lang, 125 Meter breit und bis zu 25 Meter hoch, sollte am Kreisverkehr an der Grifter Straße entstehen.
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Das neue Lidl-Logistikzentrum, 355 Meter lang, 125 Meter breit und bis zu 25 Meter hoch, sollte am Kreisverkehr an der Grifter Straße entstehen.

Bürgermeister Thomas Petrich geht nun davon aus, dass die Firma den Neubau des geplanten Logistikzentrums an einem anderen Standort errichten wird.

Funkstille zwischen Lidl und der Gemeinde Edermünde: Bürgermeister Thomas Petrich geht nun davon aus, dass die Firma den Neubau des geplanten Logistikzentrums an einem anderen Standort errichten und damit den Standort Edermünde voraussichtlich aufgeben wird.

Als Gründe für seine Annahme nennt Petrich zum einen, dass sich keine der Edermünder Fraktionen klar für das Vorhaben ausgesprochen habe. Zum anderen habe ein wesentlicher Grundeigentümer die Gespräche über einen Landtausch abgebrochen.

Ein Baulandumlegungsverfahren einzuleiten, um eine für Lidl geeignete Fläche zu schaffen, wäre laut Petrich zwar rechtlich möglich, jedoch gäbe es dafür keine Mehrheiten in den Gremien.

Geplanter Neubau von Logistikzentrum in Edermünde: Gespräche mit Lidl ruhen seit zwei Monaten

Die Gespräche der Gemeinde Edermünde mit der Firma Lidl ruhen laut Bürgermeister seit mehr als zwei Monaten. „Nach meiner Mitteilung an Lidl, dass ein Baulandumlegungsverfahren nicht mehrheitsfähig und damit die Fläche nicht verfügbar ist, habe ich – logischer Weise – keine Kontaktaufnahme erwartet“, teilt Petrich auf HNA-Anfrage mit. Im Sommer 2020 hatte Petrich die Gemeindevertretung darüber informiert, dass Lidl eine neue Logistikhalle unterhalb der Märkte Hagebau und Grünwald nahe Hertingshausen auf unbebauten Ackerboden errichten möchte (HNA berichtete). Im Oktober 2020 stellte die Firma Lidl ihr Vorhaben den Parlamentariern vor.

Die Bürgerinitiative Logistik Edermünde (BI) und die Interessengemeinschaft Hertingshausen (IG) organisierten mehrere Demonstrationen, um den Bau des Logistikzentrums auf einem 180 000 Quadratmeter großen Grundstück zu verhindern.

Hartmut Schäfer, Sprecher der BI, sagt zu den voraussichtlich gescheiterten Neubau-Plänen von Lidl für das Verwaltungs- und Warenverteilzentrum: „Wir müssen vorsichtig sein, aber die Vorfreude ist da.“ Er und seine Mitstreiter trauen einem möglichen Scheitern des Vorhabens noch nicht. Mit Blick auf die Mitteilung von Petrich und die bevorstehende Bundestagswahl sagt Schäfer: „Vielleicht wollen sie uns hinhalten.“ SPD und CDU hätten bislang nicht Position bezogen. Sollte das Logistikzentrum tatsächlich nicht entstehen, wolle die BI die Gemeinde dabei unterstützten, die Fläche anderweitig „sinnvoll zu nutzen.“

Ohne den geplanten Neubau des Logistikzentrums in Edermünde fehlen der Gemeinde Einnahmen

Der Weggang von Lidl hätte, so Petrich, für die Gemeinde weitreichende Konsequenzen, insbesondere in finanzieller Hinsicht. Die Gemeindegremien müssten sich darauf einstellen, ihren größten Gewerbesteuerzahler und damit rund ein Viertel der aktuellen Gewerbesteuereinnahmen zu verlieren.

Deshalb ist es Ziel des Bürgermeisters, die zu erwartenden Haushaltslücken ohne Belastungen für die Bürger auszugleichen. Dafür müsse die Gewerbepolitik der Gemeinde grundsätzlich neu ausgerichtet werden. Petrich kündigte an, den Gremien konkrete Vorschläge vorzulegen. Er hofft auf sachorientierte Beratungen. „Ich wünsche mir gerade bei diesem Thema, dass wir von dem verhängnisvollen Populismus und der Polemik der vergangenen Monate wieder wegkommen und gemeinsam eine verantwortungsvolle Politik im Interesse unserer Bürgerinnen und Bürger gestalten.“

Eine Stellungnahme von Lidl zum Stand der Pläne hinsichtlich der neuen Logistikhalle lag am Freitag bis Redaktionsschluss nicht vor. Das Unternehmen hat angekündigt, sich am Montag zur Situation zu äußern. (Christina Zapf)

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