Verstärkung des Bauwerks

Baustelle unter der A 49 in Holzhausen/Hahn: Eine Brücke unter der Brücke

Projektleiter Jürgen Vossler überwacht die Bauarbeiten an der A 49-Brücke in Edermünde-Holzhausen.
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Projektleiter Jürgen Vossler überwacht die Bauarbeiten an der A 49-Brücke in Edermünde-Holzhausen.

Die Bauarbeiten an der A 49-Brücke in Holzhausen am Hahn schreiten seit Ende Juni zügig voran. Bevor sie enden, beeinflussen sie erneut die Verkehrsführung auf der Autobahn.

Edermünde - Seit Ende Juni wird die A 49-Brücke in Holzhausen/Hahn verstärkt. Aufgrund der Bauarbeiten wird die Ausfahrt der Anschlussstelle Edermünde aus Richtung Marburg kommenden Freitag (27.11.) von 20 Uhr bis 5 Uhr in der Nacht zu Montag (30.11.) gesperrt, so Marco Lingemann, Pressesprecher von Hessen Mobil. Der Verkehr der Autobahn wird mit jeweils einer Spur pro Fahrtrichtung über das westliche Brückenteil geführt.

Von Freitag, 4. Dezember, ab 20 Uhr bis 5 Uhr am Montag, 7. Dezember, ist an der A 49-Anschlussstelle Edermünde die Zufahrt zur Autobahn in Richtung Marburg nicht möglich. Der Verkehr wird mit einer Fahrspur pro Richtung über das östliche Brückenteil geführt. Gleichzeitig muss an der Anschlussstelle Felsberg die Ausfahrt aus Richtung Kassel gesperrt werden.

Noch bis voraussichtlich kurz vor Weihnachten bleibt die Durchfahrt unterhalb der Autobahnbrücke gesperrt. Die Umleitung für den motorisierten Verkehr erfolgt über Hertingshausen. Auch auf der A  49 beeinflusst die Baustelle immer wieder die Verkehrsführung. Der nichtmotorisierte Verkehr kann etwas weiter südlich entlang des Pilgergrabens die Autobahn über einen temporären Fußweg unterqueren.

Die Arbeiten an der A 49 Brücke in Edermünde-Holzhausen schreiten voran: Mark Räthel vom Bauunternehmen Himmel und Papesch zeigt auf einen sechs Meter langen Nagel in der neuen Betonschicht.

A 49-Brücke in Edermünde-Holzhausen wird in drei Phasen verstärkt

Vor lauter Lärm verstehen die Arbeiter auf der Baustelle kaum ihr eigenes Wort. Unter der nicht mehr tragfähigen A  49-Brücke über der Landstraße zwischen Holzhausen/ Hahn und Besse wird geflext und gebohrt. Seit Ende Juni verstärkt Hessen Mobil das Bauwerk in drei Phasen. Die Bundesrepublik investiert 1,9 Millionen Euro in das Projekt.

Erste Bauphase: Zunächst haben die Bauarbeiter rund 190 Stahlanker sechs Meter tief in die Böschung unterhalb der Brücke eingebohrt. Anschließend wurden über die Stahlanker 350 Kubikmeter Beton eingebaut. Laut Mark Räthel vom Bauunternehmen Himmel und Papesch ist dies ein Schritt, die in die Jahre gekommene Brückenkonstruktion zu verstärken.

Die Restnutzungsdauer des Bauwerks endet 2021 und wird durch die Brückenverstärkung bis zum Ersatzneubau verlängert, wie Marco Lingemann, Pressesprecher bei Hessen Mobil erklärt. Als Restnutzungsdauer wird der Zeitraum bezeichnet, in dem die Brücke noch sicher betrieben werden kann. Das 1958 errichtete und 1967 im Zuge des Baus der A 49 erweiterte Brückenbauwerk ist den heutigen Verkehrsbelastungen nicht mehr gewachsen.

20 neue Stützblöcke stabilisieren die A49-Brücke. Marco Lingemann, Pressesprecher von Hessen Mobil, informiert über die Bauarbeiten.

A 49-Brücke in Edermünde Holzhausen: Einbau von 20 Stützblöcken

Zweite Bauphase: Außerdem haben die Bauarbeiter 20 Stützblöcke aus Beton oben, direkt dort, wo die Brückenkonstruktion aufliegt, eingefügt. Diese sind 2,80 Meter tief und 1,70 Meter hoch. Ein Block besteht aus 15 Kubikmetern Beton. Die Stützblöcke erhöhen den Kontakt zwischen der Brücke und der Betonschicht am Boden. Die Betonarbeiten führten dazu, dass die Verkehrsführung auf der A 49 immer wieder geändert wurde. Die Stellen, an denen Stützblöcke eingebaut wurden, damit die Brücke künftig besser aufliegt, durften nicht belastet werden.

„Das Bauwerk ist ermüdet, sagt Thomas Ackermann, Fachbereichsleiter für konstruktiven Ingenieurbau. Vor der Verstärkung bestand es lediglich aus Stützen, Längsträgern und Druckstreben, die gemeinsam die Last des Verkehrs trugen. „Beim Bau waren die heutigen Verkehrsmengen noch nicht absehbar“, sagt Lingemann. In den Längsträgern der Brücke befindet sich laut Ackermann rostanfälliger Spannstahl, der unter Spannung steht und im schlimmsten Fall plötzlich reißen könnte.

Mark Räthel vom Bauunternehmen Himmel und Papesch steht direkt unter der Brücke neben einem neuen Stützblock.

9 Stahlträger verstärken die in die Jahre gekommene A 49-Brücke in Edermünde-Holzhausen

Dritte Bauphase: Derzeit wird im letzten Schritt der Bauarbeiten eine riesige, 250 Tonnen schwere Stahlkonstruktion unter der 33 Meter langen Brücke errichtet, sagt Ackermann. Diese neue Verstärkung bleibe bis zum Ersatzneubau, so Lingemann.

Die neun Stahlrahmen stützen die Längsträger der Brücke, in denen der problematische Spannstahl verbaut ist. Beide Komponenten werden mit einer Mörtelschicht verbunden. Die Stahlkonstruktion bildet zusammen mit den Nägeln und Stützblöcken die Brückenverstärkung. Sie ist jedoch nicht für ewig, sondern nur eine Zwischenlösung bis zum Ersatzneubau.

Seit Ende Juni wird die A 49-Brücke in Holzhausen/Hahn verstärkt. Projektleiter Jürgen Vossler (Vordergrund) hat den Überblick.

Im Dezember sollen die Arbeiten an der Brücke abgeschlossen sein. Vorher wird die A 49 jedoch noch an zwei Wochenenden in je eine Fahrtrichtung gesperrt, der Verkehr wird umgeleitet. Der Grund: Während der Unterstopfung mit dem Mörtel darf oben kein Verkehr unterwegs sein, der Vibrationen verursacht.

Bushaltestelle wird künftig keine Haltebucht mehr haben

Zwischen Gehweg und Straße wird unterhalb der Brücke, so Lingemann, auf der rechten Seite (Blick von Holzhausen nach Besse) noch eine 80 Zentimeter hohe Betonschutzwand errichtet.

Die Bushaltestelle unterhalb der Brücke entfällt derzeit und wird nach Abschluss der Bauarbeiten nicht mehr über eine Haltebucht verfügen.

Von Christina Zapf

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