Zwei Wählergruppen, gleiche Themenschwerpunkte

Edermünde: Ex-FWG-Mitglied gründet Bürgerliste

In der Bilsteinhalle Edermünde will Mark-Valentin, ehemaliges Mitglied der FWG, die neue Wählergruppe „Bürgerliste Edermünde“ gründen.
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In der Bilsteinhalle Edermünde will Mark-Valentin, ehemaliges Mitglied der FWG, die neue Wählergruppe „Bürgerliste Edermünde“ gründen.

In Edermündes bahnt sich eine Veränderung an: Mark Valentin, ehemaliges FWG-Mitglied, will in der Bilsteinhalle Besse die neue Wählergruppe „Bürgerliste Edermünde“ gründen.

Edermünde - Während die Mitglieder der Freien Wählergemeinschaft (FWG) Edermünde nach weiteren Mitstreitern suchen, um die Auflösung der Wählergruppe zu vermeiden, arbeitet ihr ehemaliges Mitglied Mark Valentin an der Formierung einer neuen Wählergruppe. Er will am Montag, 30. November, in der Bilsteinhalle Besse die „Bürgerliste Edermünde“ gründen.

Valentin war zuvor auf Beschluss des FWG-Vorstands aus der Fraktion ausgeschieden. Der Grund: Dieser fühlte sich von Valentins Vorstoß überrascht: „Wir dachten, es wird eine neue Wählergruppe gegründet, wenn wir uns auflösen. Er ist jetzt vorgeprescht“, sagt der Fraktionsvorsitzende Uwe Bauch. Das Kuriose: Ins Rennen um Mitglieder und Wähler wollen beide mit denselben Themenschwerpunkten gehen.

Edermünde: Die neue Wählergruppe „Bürgerliste Edermünde“

Valentin war Gründungsmitglied der seit 1992 bestehenden Freien Wählergemeinschaft Edermünde. Trotz Trennung soll das Verhältnis gut bleiben: „Wir werden mit der FWG zusammenarbeiten“, sagt der 47-Jährige. Ein klares Ziel gibt er für die Bürgerliste aber vor: „Wir wollen bei der Kommunalwahl antreten.“ Damit er auch in der nächsten Legislaturperiode in der Edermünder Kommunalpolitik mitmischen kann, muss sich der derzeit parteilose Gemeindevertreter ranhalten. Denn für die Neugründung der Bürgerliste Edermünde benötigt Valentin nicht nur mindestens zwei weitere Mitglieder, sondern auch mehr als 60 Unterstützerunterschriften. „Der Zeitplan ist auf Kante genäht“, gibt Valentin mit Blick auf die Kommunalwahl zu.

Mark Valentin, parteilos.

Mit der neuen Wählergruppe strebt Valentin einen Generationenwechsel in der Edermünder Lokalpolitik an. Derzeit sucht er junge Bürger, die mitgestalten wollen. Diese seien bisher kaum im Edermünder Parlament vertreten. Valentin erinnert daran, dass es ab dem Alter von 16 Jahren möglich ist, sich lokalpolitisch zu engagieren. Laut dem 47-Jährigen stellen unerfahrene Mitstreiter Fragen, die langjährige Lokalpolitiker gar nicht aufwerfen würden – das sei eine Bereicherung.

Valentin will sich damit von der FWG abgrenzen, die Themenschwerpunkte beider Wählergruppen sind jedoch gleich: Zu ihnen zählen mehr Transparenz und Bürgernähe sowie eine Intensivierung von Klima-, Umwelt- und Naturschutz. Des Weiteren soll der demografische Wandel ernst genommen sowie eine attraktive, aber bezahlbare Infrastruktur, für Wohnen, Arbeit und Freizeit geschaffen werden.

Hinsichtlich des Thema-Dilemmas antwortet Valentin: „Die Frage, ob wir mit der FWG konkurrieren, stellt sich nicht.“ Auch wenn die Themenschwerpunkte gleich seien, könnten die Ansichten darüber auseinandergehen.

Der Kommunalpolitiker hat vier Online-Klausurtagungen organisiert, um Mitglieder für die Bürgerliste Edermünde zu finden und Vorschläge von Bürgern entgegen zunehmen. Jeweils fünf Personen hätten teilgenommen. Zwei weitere Online-Klausurtagungen folgen am Samstag, 21. November, und am Samstag, 28. November.

Edermünde: Die Freie Wählergemeinschaft Edermünde

Den FWG-Vorstand habe Valentin mit seinem Tatendrang überrascht, so Vorsitzender Uwe Bauch. Seine Fraktion kämpft um ihr Fortbestehen. Valentin ist nicht der Einzige, der künftig fehlt. Mehrere Mitglieder verlassen die FWG aus Altersgründen und privaten Gründen. Dass die Bürgerliste nun mit denselben Themen um Mitglieder und Wählerstimmen wirbt, daran störe er sich nicht.

Uwe Bauch, FWG Edermünde.

Bereits Anfang des Jahres hatte sich die FWG auf die Suche nach neuen Mitstreitern gemacht, so Bauch. Ein Flyer mit den erklärten Zielen wurde damals an alle Edermünder Haushalte verteilt. Das Echo der Bürger fiel laut Bauch jedoch mau aus.

Auch er ist Gründungsmitglied der FWG Edermünde. Der 66-Jährige und seine Fraktions-Kollegen hoffen, dass sie bis Ende Dezember elf neue Mitglieder finden – vier der derzeitigen Mitglieder wollen weitermachen. 15 Leute seien nötig, um nach der Kommunalwahl auch Posten besetzen zu können. Abgabetermin für die Wahlliste ist der 15. Januar. Eine Mitgliederversammlung zur Listenaufstellung ist für die erste Januarwoche angedacht. Laut Bauch kann die FWG Edermünde nur bestehen bleiben, wenn sich mehr Bürger kommunalpolitisch engagieren.

Anmeldung zu den Online-Klausurtagungen bei Mark Valentin unter 0171/803 7575.

Das sagt der Hessische Städte- und Gemeindebund:

Dass zwei Wählergruppen die gleichen thematischen Schwerpunkte setzen, sei kein Problem und komme immer wieder vor, so Johannes Heger vom Hessischen Städte- und Gemeindebund. „In dieser Hinsicht gibt es wenig Anforderungen.“ Für die Gründung einer neuen Wählergruppe seien drei Mitglieder nötig. Diese sollten die gleichen Überzeugungen haben. Außerdem müssten Unterstützungsunterschriften gesammelt werden. 

Von Christina Zapf

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