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Bürger diskutieren Ersatz für Bücherhaus in Besse

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Von: Peter Dilling

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Sie suchen noch Mitstreiter für das Büchereiteam: Tatjana Scheiter und Uli Bodewald.
Sie suchen noch Mitstreiter für das Büchereiteam: Tatjana Scheiter und Uli Bodewald. © Peter DILLING

Die Frustration über das abgebrannte Bücherhaus auf dem Spielplatz in Besse ist groß – ebenso der Wunsch nach einer Nachfolgeeinrichtung. Dazu gab es eine Gesprächsrunde. 

Edermünde – Die Frustration über das Mitte Oktober bei einem Brand zerstörte Bücherhaus auf dem Spielplatz in Besse ist groß – ebenso aber auch der Wunsch, dort wieder eine Nachfolgeeinrichtung für den Tausch von Büchern zu errichten.

Das wurde bei der von Bürgermeister Thomas Petrich moderierten Gesprächsrunde mit dem ehrenamtlichen Büchereiteam und interessierten Besuchern in der Bücherei Grifte schnell klar. „Der Wunsch, dass etwas gemacht wird, ist in der Breite da“, sagte Petrich. Die Gemeinde habe schon eine Reihe von Spendenangeboten von Privatleuten und Firmen erhalten. Lange und zum Teil kontrovers diskutierten die gut ein Dutzend Teilnehmer, wie der Vandalismusgefahr künftig vorgebeugt werden könnte.

Das Bücherhaus war vor zwei Jahren aus Fördermitteln der Leader-Region Casseler Bergland von der Kasseler Tischlerei Baum als Teil eines Azubi-Projekts errichtet worden. Laut dem Verwaltungschef, der zu den Mitgründern der ehrenamtlichen Bücherei in Edermünde zählt, ist die Ursache für den Brand noch immer nicht geklärt. Ein technischer Defekt sei aber auszuschließen. Da bleiben nur noch die Möglichkeiten, dass das Haus bewusst angezündet oder der Brand aus Fahrlässigkeit verursacht wurde. Schon vor der Eröffnung des Bücherhauses sei es dort zu einem Schaden gekommen, bald darauf sei eine Glasscheibe zu Bruch gegangen, berichtete Tatjana Scheiter vom Büchereiteam.

Gesprächsrunde zu Nachfolgeeinrichtung für zerstörtes Bücherhaus

„Besse hat da ein Problem“, sagte Marc Scheiter, ein Unterstützer des Teams, mit Blick auf Vandalismus. Er sprach sich dafür aus, eine internetgestützte Videoüberwachung am Spielplatz einzurichten. Die Kosten dafür hielten sich im Rahmen. Der Bürgermeister zeigte sich sehr skeptisch: Eine erste Prüfung seitens der Verwaltung habe ergeben, dass eine solche Überwachung aus datenschutzrechtlicher Sicht wohl nicht zulässig wäre. Die Gemeinde werde zunächst zwei zusätzliche Laternen auf dem Spielplatz aufstellen, kündigte Petrich an. Auch Besucher Raphael Felkl sagte: „Ich finde eine Kamera nicht gut. Das wäre unverhältnismäßig. Denn im Endeffekt geht es nur um Sachen.“

In welcher Form in Besse wieder eine Tauschmöglichkeit für Bücher eingerichtet werden soll, dazu gab es in der Runde noch kein Ergebnis: Jutta Marburg vom Verein 1200 Jahre Besse schlug vor, den momentan nicht genutzten Bauwagen ihres Vereins zu nutzen oder ein Tinyhouse anzuschaffen. „Ein Bauwagen ist sehr schön, aber ich glaube nicht, dass er das Jahr überstehen würde“, sagte Tatjana Scheiter zu dieser Idee.

Gesprächsrunde: Wie der Ersatz für das Bücherhaus aussehen soll, steht noch nicht fest

So ein Wagen sei ein bisschen zu groß und die Gefahr, dass er „abgefackelt“ wird, bestünde weiterhin, meinte Uli Bodewald vom Büchereiteam. Der Kasseler Schüler Moritz Vogt brachte seine überdachten Tauschboxen ins Gespräch, die er an mehreren Stellen in Kassel und Baunatal errichtet hat. Der Verwaltungschef brachte ausgediente Telekom-Telefonzellen ins Spiel.

Einig waren sich Petrich und das Büchereiteam darin, dass weitere ehrenamtliche Mitstreiter für das Büchereiwesen nötig sind, sowohl für den Ortsteil Besse als auch den Standort in Grifte. „Der Umsatz in Besse war enorm“, sagte Tatjana Scheiter. Vor allem die Nachfrage nach Kinderbüchern habe das Angebot übertroffen. (Peter Dilling)

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