Verkehrsaufkommen wächst

Edermünde: IgL kämpft weiterhin für besseren Lärmschutz an A 49

Teile von Edermünde liegen direkt an der A 49: Günther Schumann, Sprecher der Interessengemeinschaft Lärmschutz A 49 (IgL), fordert einen besseren Lärmschutz aufgrund des steigenden Verkehrsaufkommens. archiv
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Teile von Edermünde liegen direkt an der A 49: Günther Schumann, Sprecher der Interessengemeinschaft Lärmschutz A 49 (IgL), fordert einen besseren Lärmschutz aufgrund des steigenden Verkehrsaufkommens. archiv

Seit dem Jahreswechsel ist der Bund für den Bau und die Unterhaltung der Autobahnen zuständig. Das wirkt sich auf die Arbeit der Edermünder Interessengemeinschaft Lärmschutz A 49 aus.

Edermünde – Die Länder haben zum Jahreswechsel den Bau und die Unterhaltung der Autobahnen dem Bund übertragen. Das wirkt sich auf die Arbeit der Edermünder Interessengemeinschaft Lärmschutz A 49 (IgL) aus.

Für die Fernverkehrsstraßen im Schwalm-Eder-Kreis ist nun nicht mehr die landeseigene Straßenbauverwaltung Hessen Mobil zuständig, sondern die Niederlassung Nordwest in Hannover der 2018 gegründeten Autobahn GmbH des Bundes. Eine Außenstelle gibt es unter anderem in Kassel.

„Nach unseren bisherigen Erfahrungen mit Hessen Mobil war es bereits schwierig, Ansprechpartner zu finden, die zügig und kompetent Auskunft und Antwort geben konnten und wollten – obwohl es sich um eine hessische Behörde mit Wissen um die regionalen Besonderheiten handelt“, sagt Günther Schumann, Sprecher der 2013 gegründeten Initiative.

Günther Schumann, IgL Edermünde.

Nun befürchtet die IgL, dass es der Autobahn GmbH an Bürgernähe fehlt sowie das Engagement der Initiative für die A49-Anwohner in Edermünde und für den Lärmschutz im Behördendschungel untergehen könnte.

A 49 bei Edermünde: Krach und Verkehr so wie vor der Corona-Pandemie

Doch wie ist die Lage überhaupt aktuell? Macht sich das zeitweise geringere Verkehrsaufkommen in der Corona-Pandemie bemerkbar? Im ersten Lockdown ist es an der A 49 laut Schumann spürbar ruhiger gewesen, so als gäbe es bereits den von der IgL geforderten Lärmschutz. „Aus heutiger Sicht ist unsere Wahrnehmung: Krach und Verkehr so wie vor der Pandemie, insbesondere der Lkw-Verkehr ist längst schon wieder auf dem alten Niveau.“

Die Coronakrise hat die Arbeit der Interessengemeinschaft Lärmschutz A 49 eingeschränkt. „Unter Corona-Bedingungen konnten wir viele geplante Aktionen nicht durchführen“, sagt Schumann. Glücklicherweise habe man das Netzwerk mit den IgL-Unterstützern in der Politik aufrechterhalten können. 2021 soll wieder mehr Bewegung in die Aktivitäten der IgL kommen.

Priorität haben bei der Edermünder Interessengemeinschaft nun Maßnahmen gegen den erwartbaren massiven Anstieg des innerörtlichen Verkehrs durch Holzhausen/Hahn und Grifte, bedingt durch den Anschluss der A 49 an die A 5. Diese müssten rechtzeitig angestoßen werden – „bevor das Kind im Brunnen liegt“, so Schumann.

A 49 bei Edermünde: Interessengemeinschaft Lärmschutz A 49 plant besondere Aktion

Mit einem Aktionstag unter dem Motto „Gegen den Krach der A 49, pro Lärm- und Gesundheitsschutz“ will die Edermünder Initiative auf die Situation der Anwohner aufmerksam machen. Der zunehmende Krach beeinträchtige Gesundheit und Lebensqualität. „Es wird durchaus spektakulär werden“, sagt Schumann. Auch in der Vergangenheit hatte die IgL bereits kreative Ideen. 2019 organisierte sie beispielsweise einen Flashmob.

Für 2021 stehe die bundesweite Straßenverkehrszählung auf den Autobahnen an. Diese hätte bereits 2020 stattfinden sollen, musste aber laut Schumann Corona-bedingt verschoben werden. Die Verkehrszahlen für die A 49 sind für die Edermünder IgL wichtig.

IgL gegen neues Logistikzentrum von Lidl in Edermünde

Die Edermünder Interessengemeinschaft Lärmschutz A 49 setzt sich dafür ein, dass die A 49-Anwohner in Edermünde einen ausreichenden, an die neuen Verkehrszahlen angepassten Lärmschutz bekommen. Wichtig sei dabei, dass der Lärmschutz für die Anwohner der bestehenden Autobahn dem für Anwohner von Neubaustrecken entspricht. Derzeit gibt es laut Günther Schumann, Sprecher der Edermünder IgL, unterschiedliche Dezibel-Grenzwerte.

Der derzeitige Lärmschutz für Edermünde beruhe auf Verkehrsprognosen aus den 80er Jahren. Diese sahen 20 000 Fahrzeuge pro Tag voraus. Derzeit werde, so Schumann, laut einer offiziellen Zählung aus dem Jahr 2015 der Abschnitt zwischen der Anschlussstelle Edermünde und der Anschlussstelle Baunatal Süd innerhalb von 24 Stunden von fast 40 000 Pkw und Lkw befahren.

Nach dem Lückenschluss der A 49 sei im selben Abschnitt ein tagtäglicher Durchschnittswert von 78 000 Fahrzeugen zu erwarten.

Da das geplante neue Lidl-Logistikzentrum das Lkw-Aufkommen und damit den Lärm in den Ortsteilen Grifte und Holzhausen/Hahn weiter erhöhen würde, spricht sich die IgL dagegen aus. Lidl rechnet mit 30 bis 50 zusätzlichen Lkw-Bewegungen pro Tag, so Mario Köhler, Pressesprecher bei Lidl (HNA berichtete).

Von Christina Zapf

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