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„In vergangenen zwei Wochen nur zweimal da“: Langes Warten auf die Post

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Von: Daniel Seeger

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Die Zustellung von Briefen und Päckchen in Edermünde erfolgt nur noch unregelmäßig - mit teils gravierenden Folgen. Doch die Post hat eine Erklärung.

Haldorf – Den Gang zum Briefkasten kann sich Uwe Stieglitz an vielen Tagen eigentlich sparen – obwohl er dringend auf Post wartet. Der Haldorfer hat sich an unsere Zeitung gewandt, weil er nur noch unregelmäßig und teils verspätet Post bekommt.

„In den vergangenen zwei Wochen war die Post nur zweimal da“, sagt er kürzlich beim Termin mit unserer Zeitung. Ein Ärgernis für den Frührentner, der selbst einmal als Zusteller bei der Post gearbeitet hat – 41 Jahre lang.

Über Facebook habe sich seine Frau mit anderen Edermündern ausgetauscht, die Ähnliches berichten. Bei der Familie Stieglitz gehe es unter anderem auch um Terminsachen und wichtige Post. „Ich warte zum Beispiel seit längerem auf einen Brief, den ich für meine Reha brauche“, sagt der 60-Jährige. Kommt der nicht pünktlich an, könne es sein, dass Uwe Stieglitz diese nicht antreten könne.

Verspätete Post in Edermünde: „Nicht die Schuld der Zusteller“

„Ich möchte mich nicht über die Zusteller beklagen“, betont Stieglitz, das sei ihm besonders wichtig. Die würden versuchen, den Arbeitsaufwand so gut es eben gehe zu bewältigen, da ist Stieglitz sich sicher. Mit Sorge blickt er in Richtung Weihnachten – wenn die Zahlen der versandten Briefe und Pakete noch einmal ordentlich zulegen. Denn die Austräger müssten dann noch mehr Pakete zustellen.

Wartet wie viele andere aus Haldorf derzeit länger auf seine Post: Uwe Stieglitz.
Wartet wie viele andere aus Haldorf derzeit länger auf seine Post: Uwe Stieglitz. © Daniel Seeger

Die Post hat eine Erklärung für die Verzögerungen; „Fakt ist, dass wir seit Mitte September zum Teil rasant steigende Infektionszahlen auch in unseren Betriebsstätten sehen“, sagt Thomas Kutsch, Pressesprecher der Post. Dieser Trend setze sich auch trotz umfangreicher Schutzmaßnahmen weiter fort. Das Unternehmen könne die hohen Personalausfälle derzeit nicht auffangen, auch wegen der für das Unternehmen schwierigen Lage am Arbeitsmarkt.

Andere Post-Mitarbeiter helfen bei Zustellung in Edermünde aus

Kutsch betont aber, dass dem Unternehmen sehr an einer Aufrechterhaltung der Zustellung gelegen ist. „Das belegt alleine die Tatsache, dass wir in betroffenen Bezirken auch Kolleginnen und Kollegen aus anderen Bereichen aus- und mithelfen.“ Außerdem habe man Mitarbeiter aus der Verwaltung in Schwalmstadt sowie aus anderen Zustell-Bereichen im Einsatz, um die Lage in den nächsten Tagen wieder zu stabilisieren. Einzelheiten könne man aber wegen des Datenschutzes nicht nennen.

Trotz aller lokaler Probleme würden insgesamt jedoch mehr als 80 Prozent aller Briefe am nächsten Werktag und über 95 Prozent nach zwei Tagen ihre Empfänger erreichen.

Für die Zeiten, wenn die Personalnot besonders gravierend sei, habe die Post ein Corona-Notfallkonzept. „Das sieht unter anderem vor, dass bei einer werktäglichen Zustellung die Haushalte nur jeden zweiten Werktag Briefe erhalten“, so der Sprecher auf HNA-Anfrage. (Daniel Seeger)

Nicht nur in Guxhagen gibt es Probleme mit der Post. Auch in anderen Teilen Nordhessens beklagen sich Anwohner.

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