Amtsinhaber kandidiert für zweite Amtszeit

Thomas Petrich will Bürgermeister von Edermünde bleiben

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Kandidiert erneut als Bürgermeister: Amtsinhaber Thomas Petrich (SPD) setzt auf gemeinsame, parteiübergreifende Lösungen für Edermünde.

Zeit. Zugehen. Zuhören. Diese drei Worte fallen immer wieder, wenn man mit Thomas Petrich spricht. Dem Bürgermeister von Edermünde, der sich am Sonntag, 15. März, zum zweiten Mal zur Wahl stellt, ist es wichtig, sich Zeit für die Menschen und die Aufgaben in seiner Gemeinde zu nehmen.

Was erst mal nicht nach einer komplizierten Aufgabe klingt, kann aber genau das sein – besonders im lokalpolitischen Alltag. „Da können Entscheidungen meist nicht von jetzt auf gleich getroffen werden. Da braucht man viel Geduld“, sagt er. Die habe er. „Ich habe keine schlaflosen Nächte, weil mich meine Arbeit zufrieden macht“, sagt er. Grund genug für den SPD-Mann, erneut zu kandidieren.

Als Petrich vor sechs Jahren zum ersten Mal antrat, hatte er keinen Gegenkandidaten. Das ist jetzt anders. Das Brisante: Der Ordnungsamtsleiter der Gemeinde Edermünde, Stephan Wassmuth, tritt gegen ihn an. Doch mit diesem Gedanken hält sich Thomas Petrich nicht lange auf. Er verfällt auch nicht in Aktionismus. „Ich bin dabei, meinen Wahlkampf vorzubereiten“, sagt er. Richtig damit loslegen will er aber erst nach Aschermittwoch. Sein Terminkalender sei derzeit rappelvoll, Arbeitstage von 8 bis 21 Uhr keine Seltenheit. „Nach Karneval nehme ich meinen Resturlaub und dann gehe ich raus.“ Straßenwahlkampf und Veranstaltungen in den Orten plant er.

Es gibt viel zu tun in Edermünde: Kindergärten-Neubauten, Kampf gegen den Straßenlärm in Grifte und nicht zuletzt die Umsetzung der vielen Themen aus der Bürgerbefragung, die er angestoßen hat – daraus soll ein Entwicklungskonzept für Edermünde entstehen.

„Gemeinsam mehr erreichen“, lautete 2014 sein Motto. Den Schriftzug der SPD suchte man auf der Wahlbroschüre aber vergebens. „Ich habe meine Arbeit bewusst darauf ausgelegt, überparteilich zu agieren“, sagt er. So wolle er weitermachen. „Mit allen Fraktionen gleich und fair umgehen, unabhängig von den Mehrheitsverhältnissen“, sagt er. Deshalb wirbt er auch bei dieser Wahl um die Unterstützung der anderen Fraktionen.

Denn: Edermünde liegt Thomas Petrich am Herzen. Wenn er das sagt, klingt es nicht nach einer Floskel. Vor allem dann nicht, wenn er von seinem politischen Werdegang erzählt: Als 16-Jähriger hat er in der Jugendarbeit mitgemischt, war später Vorsitzender des Jugendclubs. 1988 wurde er SPD-Mitglied, war über 23 Jahre in der Gemeindevertretung, acht Jahre deren Vorsitzender. Hauptberuflich arbeitete er bei VW. Dann, mit 50, der berufliche Neustart: „Ich wusste bei der Wahl 2014 genau, was ich tue – und habe es bisher keinen Tag bereut“, sagt Petrich. Dafür sorge auch, dass er sich trotz aller Arbeit auch Zeit für seine Familie nehme.

Sein größter Erfolg? Dass in seiner Amtszeit fast alle Haushalte – das Planungsinstrument der Gemeinde – einstimmig beschlossen wurden. „Das zeigt, dass meine Arbeit die Akzeptanz aller Fraktionen findet.“ Auch wenn das nicht bedeutet, dass er es jedem recht machen könne. „Davon muss man sich verabschieden. Das klappt nicht“, sagt er. Deshalb sei der größtmögliche Konsens seine Leitlinie.

Manchmal, sagt er nachdenklich, müsse er seine eigene Art verteidigen. „Weil ich mir für die Entscheidungsprozesse und Diskussionen Zeit nehme“. Da habe nicht jeder Ehrenamtliche Geduld für. Verstehen könne er das. Doch gute Mittelwege brauchen für Thomas Petrich eben die drei Z: Zeit. Zugehen. Zuhören.

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